Alles ist machbar - Eine Jugend-Oper | © davit85 | Cantus Theaterverlag
Oper

Alles ist machbar

Eine Jugend-Oper

Autor: Anuschka Schoepe
Musik: Johannes Eckmann
Orchestrierung: Orchester
Besetzung: Damen 5 / Herren 2
Dauer: 60–80 Min.
UA: 13.10.2007, Markdorf
DE: 13.10.2007, Markdorf
Spielbar ab: ab 18 Jahren

Cantus Empfehlung: Alles ist machbar ist eine temporeiche, leidenschaftliche und humorvolle Kurz-Oper. Der Komponist verschmilzt in einzigartiger Weise verschiedene Stilelemente zu einem persönlichen Gesamtstil, der eine enorme atmosphärische Dichte erzeugt und rauschhafte Höhepunkte beschert. Sowohl szenisch, als auch mit relativ kleinem Orchester gut realisierbar; als sängerisch anspruchsvolle Kurzoper auch sehr geeignet für Opernstudios der Musikshochschulen.
Durch den außergewöhnlichen, bruchlosen Stilmix und das witzige, dramatische Libretto macht Alles ist machbar Jugendlichen und Erwachsenen Lust auf mehr – Oper!

Wie spießig möchtest Du werden, wenn Du erwachsen bist? Martin, Literaturprofessor, setzt Maßstäbe in dieser Frage, und Eva, seine Ex, regt das dermaßen auf …! Hat der ganz vergessen, wie er selber mal war?!
Aber die Vergangenheit holt auch einen Professor irgendwann ein – in Gestalt eines provozierenden Zentaurus-Bildes, für das er zusammen mit Eva Modell stand. Davon will er jetzt gar nichts mehr wissen. Oder doch? Gemalt ist das Bild im Übrigen von einem freakigen Szene-Maler namens Leonardo – bei dem lief doch auch was mit Eva …
Die Ausstellung des Bildes, das unverkennbar das Paar verewigt, entfacht alte Leidenschaften und treibt die beiden in ein Intrigenspiel, das vom Teufel persönlich angeheizt wird. Ob ein Engel da ausreicht, um alles zu einem guten Ende zu führen? Oder liegt der Schlüssel sogar beim Zentaurus selbst?

Besetzungsliste

Eva – jugendl.-dram. Sopran; temperamentvolle Liebhaberin
Leonardo (Hosenrolle) – Mezzosopran (alternierend Bariton), schillernd-androgyner Maler, Bohemien
Teufel – Alt; kapriziöser Vamp
3 Babes – Sopran/Mezzo/Alt halb Engel/halb Teufel, Mittler zwischen den Welten
Galerieführerin– Sprechrolle; intellektuelle Szenefrau

Martin – Kavalier-Bariton; Literaturprofessor; verletzter, leidenschaftlicher Liebhaber
Engel – Spiel-Bariton (-Tenor); souverän im Glauben an das Gute
(Leonardo – Bariton, s. Damen)

Sinonieorchester: 2 Flöten, 2 Oboen, 2 Klarinetten, 2 Fagotte, 2 Trompeten, 2 Hörner, Posaune, Tuba, Pauken, Kleine Trommel, Becken, Harfe, Cembalo, Streicher

Gem. Chor 3-4 stimmig: S(S)AB, Finale 6-stg., SSAATB, insges. 24+
Galeriebesucher, Statisten

Inszenierung

Anuschka Schoepe

Ausführliche Synopsis

Zu Beginn – Prolog – betrachtet der Engel Dias auf einer Leinwand, die Eva und Martin als glückliches Liebespaar zeigen. Er macht sich Mut für die von seinem Chef gestellte schwere Aufgabe, die beiden wieder zu vereinen. In seine resigniert-versonnen Betrachtungen platzt der Teufel, der ihn mit Blick auf die bevorstehende Ausstellung des heiklen Bildes siegessicher und beschwingt zu einer Wette herausfordert: Zwischen den zweien sei es aus! Der Engel nimmt die Wette an. Unterdessen besticht Martin den Maler, das Skandalbild verschwindet.

Handlung

Zu Beginn – Prolog – betrachtet der Engel Dias auf einer Leinwand, die Eva und Martin als glückliches Liebespaar zeigen. Er macht sich Mut für die von seinem Chef gestellte schwere Aufgabe, die beiden wieder zu vereinen. Die Musik – gedämpfte Streicher, Harfe, Holzbläser und Solovioline – drückt die Zerbrechlichkeit von irdischer Liebe aus. Beim Auftritt des Teufels, der den Engel zu einer Wette herausfordert, verändert sie sich schlagartig in ein skurriles, ironisches Fugato.
Der Engel nimmt die Wette an.
Währenddessen besticht Martin den Maler, das Skandalbild verschwindet.

Galerieszene 1

Galeriegäste wandeln durch die Bilderwände. Sie drängen als Chor das Paar zueinander („Sie schleichen umeinander wie die Salamander“), bis es zu einer dramatischen Begegnung kommt:
Nach dem ersten Schreck fragt Eva Martin ganz naiv, ob er das Bild bereits entdeckt habe, was dieser scheinheilig verneint. Seine wahren Gefühle offenbart er erst, als Eva außer Hörweite ist, in seiner Arie „Wie süß ist diese Lücke“. Darin beglückwünscht er sich für seinen Coup, und lässt den Groll über das Bild heraus– und damit über seine gescheiterte Beziehung zu Eva.
Das passt dem Teufel bestens: Um noch mehr Öl ins Feuer zu gießen, erklärt er Eva, weshalb sie das Bild vergeblich sucht. Eva, von düsteren Ahnungen beschlichen (Arioso: „Das krieg ich raus!“), begibt sich daraufhin in das Atelier des Malers Leonardo.

Atelierszene

Eva spricht ihn auf Martins Bestechung an. Er weicht ihr jedoch süffisant aus. So passt es ihm gerade, dass Martin ins Atelier poltert, weil er ahnt, dass Eva ihm auf die Schliche gekommen ist. Martin will das Bild nun bei sich wissen, worauf Leonardo, der fein zwischen Bestechung und Kauf unterscheidet, für das Bild 5000 € verlangt. Der Chor „Brauchst Du mal Geld“ tröstet Martin nicht wirklich.
Eva, die das Gespräch aus einem Versteck heraus belauscht hat, ist nun in ihren finstersten Befürchtungen bestätigt und entlädt sich, kaum dass Martin das Atelier wieder verlassen hat, in ihrer Rache-Arie „Wie konnt ich nur so blöd sein!“ Anschließend fordert sie von Leonardo, ein noch pikanteres Remake von dem Bild anzufertigen.
Leonardo und die Babes beschwichtigen sie mit dem Blues „Alles ist machbar“- und er macht sich an die Arbeit.

Zwischenakt

Zur Musik des Prologs sinniert der Engel über die Last seiner Aufgabe, abermals tritt der Teufel hinzu. Mit Ironie und stoischer Ruhe bringt ihn der Engel auf die Palme. Ein Anflug von Zärtlichkeit seitens des Engels haut ihn schier um. Die Babes kündigen Evas „Gegenschlag“ – das neue Bild – an.

Galerieszene 2

Martin sitzt über einem Bier im Galerie-Cafe, als der Engel sich zu Ihm setzt. Wortkarg sinnieren sie über Eva. Der Engel ermutigt Martin, seine Gefühle für Eva neu zu entdecken und entschwindet.
Da betritt Eva das Cafe, das neue, noch verhüllte Bild unter dem Arm. Sie setzt sich zu Martin und spricht ihn harmlos auf seinen schmerzhaften Kauf des Originalbildes an. Martin bestätigt, dass er das Bild unbedingt haben wollte (!), sie kontert damit, dass sie inzwischen ein neues hat malen lassen und gedenkt, es ausstellen zu lassen.
Als sie es ihm enthüllt – das gleiche Motiv, aber sie erkennbar auf dem Rücken des Malers reitend, mit dem sie einst eine Affäre hatte, rastet er aus. Sie schlägt vor, doch wieder das Originalbild ausstellen zu lassen, was ihn erst richtig auf die Palme bringt. Sie steigern sich in einen Streit, der darin gipfelt, dass sie ihm das neue Bild über den Kopf schlägt. Da schießt der Engel einen Liebespfeil auf beide ab. Der Teufel wirft sich in die Bahn des Pfeils und wird getroffen.
Dies leitet das Finale ein: der Teufel und der Engel sind durch Amors Pfeil von einem Liebesbann umfangen, Eva und Martin, ergriffen von der Szene, werden aufs Neue von mächtiger Liebe erfasst und gestehen einander ihre nie erloschenen Gefühle. Der Chor der Galeriegäste preist die Macht des Zentauren, die über Widersprüche, Streit und Eitelkeit gesiegt hat.

CANTUS Kommentar

Die Oper „Alles ist machbar“ entstand 2007 in enger Zusammenarbeit zwischen dem Komponisten Johannes Eckmann und der Autorin Anuschka Schoepe, die das Textbuch schrieb. Das Werk ist unmittelbar aus Musikschularbeit entwickelt. Beide Autoren bringen die langjährige Erfahrung aus ihrer Arbeit mit der Opernklasse und dem Sinfonieorchester der Musikschule Markdorf ein. So war es möglich, ein Werk von außergewöhnlich hohem stilistischen und technischem Anspruch zu verwirklichen.

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