Am Rande - Cantus Verlag
Theater / Drama

Am Rande

Autor: Klauspeter Bungert
Orchestrierung: keine
Besetzung: Damen 2 / Herren 4
Dauer: 120–150 Min.

Cantus Empfehlung: Für erfahrenes Amateurtheater erreichbar. Zur Darstellung der Schauplätze sind Vereinfachungen möglich.

Das mit dem Tod eines Protagonisten endende Drama spielt während einer Nacht und beleuchtet den gegensätzlichen Werdegang zweier Klassenkameraden und eines Lehrers. Auf unterschiedliche Weise und mit unterschiedlichem Erfolg reagieren sie auf ihre Selbstwertprobleme und ihre Sehnsucht nach Liebe. Der eine gerät auf die schiefe Bahn, der andere wird Politiker. Der Lehrer verstrickt sich in peinliche Affären.

Besetzung/Rollen/Charakter

  • Adolf, Anfang 30; heruntergekommen; Alkoholiker; versucht Menschen, die seinen Neid oder seine Kritik erregen, zu manipulieren; suizidgefährdet
  • Neidhard, Mitte 50; Lehrer; mit korrekter Fassade, aufbrausend und unbeherrscht
  • Nora, Ende 30; engagierte Sozialarbeiterin und Angestellte bei Norbert
  • Norbert, Ende 50; Geschäftsführer des örtlichen Wohlfahrtsverbandes; versucht sich als väterlicher Retter Adolfs, der ihm ein ausschweifendes Doppelleben nachsagt
  • Ortrud, Fachhochschulstudentin Mitte 20; weiß Neidhards Avancen souverän zurück-zuweisen und den schüchternen Pit zu ihren Gunsten zu lockern
  • Pit, Anfang 30; poltischer Aufsteiger in einer konservativen Partei; altbacken, verlegen, in seinem unbeholfenen Umgang mit Frauen rührend

Bühnenbild/Inszenierung

  • Wohnungsflur
  • Ecke in einer Wohngemeinschaft
  • Abgewohnte Studentenbude
  • Flur in einem Übernachtungsheim
  • Nachts in einem Park
  • Beratungszimmer

Ausführliche Synopsis

Adolf, der eine Haftstrafe verbüßt hat, sucht unangemeldet seinen ehemaligen Mathematiklehrer auf, der sich für ein Abituriententreffen in Schale wirft, und stellt ihn bloß. Der auf Etikette bedachte Neidhard schlägt ihn im Zorn und wiederholt damit einen Vorfall, den Adolf als Schüler erlebte.

Unterwegs zu seinem Treffen besucht Neidhard, der mit einer gelähmten Frau verheiratet ist, seine neue Anzeigenbekanntschaft Ortrud.

Adolf setzt seinen Abrechnungsrundgang bei seinem ehemaligen Klassenkameraden Pit fort, der ein Landtagsmandat innehat und sich ebenfalls auf das Abituriententreffen vorbereitet. Adolf zieht Pit mit dessen Schüchternheit bei Frauen auf. Adolf macht Norbert Vorwürfe, ihm während seiner Haftstrafe geschadet zu haben.

Vom Treffen zurück, finden sich nacheinander Pit und Neidhard bei Ortrud ein, dieser, um sich die klärende Abfuhr einzufangen, jener, um Ortrud verdeckt sein Interesse zu signalisieren.

Adolf lässt sich von einer Jugendbande in selbstzerstörerischer Absicht im Stadtpark zusammenschlagen.

Presse

Überblicksartikel über die Buchausgabe sämtlicher Dramen Klauspeter Bungerts (Verlag 28 Eichen, Barnstorf 2015) bis zum Redaktionsschluss in:

Frische und Lebendigkeit, die staunen macht | Klauspeter Bungert – Dramen

5.0 von 5 Sternen – Fordernd, spannend, kurzweilig

Von Natura am 7. November 2015 AMAZON Bewertung:

Ich hatte die vier Bände von meinen Kindern geschenkt bekommen und wusste erst nichts mit dem Namen Klauspeter Bungert anzufangen. Jetzt weiß ich es: Er ist ein charaktervoller, vielseitiger, sehr perfektionsbewusster Theaterautor. Glückwunsch dem Verlag, der das erkannt hat und in dieser vorbildlichen, handlichen Ausgabe zeigt!

Der heruntergekommene junge Mann in „Am Rande“ selbsterklärend: „Manisch depressiv, diagnostizierte der Dokter nach dem zweiten Versuch. Hat Pillen verordnet. Tranquilizer. Beruhigungsbomben. Mit denen im Blut, döst du vor dich hin wie ’ne Schildkröte. Gott sei Dank ist er tot jetzt, der alte Penner. Drückt keinem mehr aufs Auge manisch depressiv. Keiner hat mich für voll genommen. Hab schon selber nicht mehr gewusst, was Sache war. Machte schon selber mit bei dem Gorillagedöns. Ich konnte keinem meine Gefühle mehr erklären, wusste ja selber nicht, was meine Gefühle waren. Waren das überhaupt Gefühle? Oder spielte ich mir Gefühle nur vor? Und dann hat die Sache mit Neidhard mich wahnsinnig mitgenommen. Man lässt sich nicht gerne vor versammelter Mannschaft flatschen. Und wie oft ist so was passiert, wenn auch nicht so extrem. Ich bin doch ständig getreten worden. Und dann hatte ich Angst vorm Abi. Noch bist du in ’ner Clique drin, Berni, Udo, Holli, Arni, und plötzlich löst sich alles auf und du stehst alleine auf weiter Flur. Ich hab mir das ersparen wollen. Darum hab ich damals kein Abi gemacht.“

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