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Histotainment, Musical / Musiktheater, Rockmusical, Schulmusical

Artifex Maximus

Rockmusical

Autor: Tobias Öller
Musik: Tobias Öller
Orchestrierung: Band, Playback
Besetzung: Damen 7 / Herren 15
Dauer: 120–150 Min.
DE: 19. September 2008, Oberlandhalle Miesbach
Spielbar ab: 14–15 Jahre

Cantus Empfehlung: Schulmusical - Besonders für große Gruppen geeignet.

Die ewige Stadt steht in Flammen, während der wahnhafte Kaiser ein Lied zur Leier trällert. Die Christen sterben in der Arena, verfolgt vom rachsüchtigen Mob, gekreuzigt für ein Verbrechen, das der oberste Staatsmann selbst begangen hat. Diese Legenden sind der Nachwelt geblieben von jenem Sinnbild des Größenwahns, und doch entzweit Nero schon zu Lebzeiten die Geschichtsschreibung.

Besetzung

Chor
Darsteller: Acte, Agrippina, Antonia, Burrus, Diocletia, Domitian, Erinnyen, Erzähler, Gaukler, Kaiser Titus, Linus, Livia, Lucius, Nero, Paulus, Petrus, Pompeius, Portius, Seneca, Tigellinus, Ruderer, Senatoren
Tänzer: Christen, Insulaner
Volk:

  • Erinnyen, Tango, Gladiatoren
  • Lucius – Sprechrolle
  • Advocatus, der falsche Nero – Tenor
  • Seneca – Bass
  • Nero – Tenor
  • Agrippina – Sopran
  • Paulus – Bass
  • Petrus – Tenor
  • Acte – Alt
  • Domitian – Bass
  • Pompeius – Bass
  • Titus – Bass
  • Burrus – Bass
  • Tigellinus – Tenor
  • Linus – Tenor
  • Diocletia – Sopran
  • Antonia – Alt
  • Livia – Alt
  • Straßensänger – Tenor
  • Gaukler – Bass
  • Marktschreier – Bass/Sprechrolle

Die Darsteller können aufgrund der vielschichtigen Zeitebenen der Handlung mehrere Rollen übernehmen. Bei der Uraufführung wurden beispielsweise die Rollen Gaukler/Titus, Diocletia/Agrippina sowie Straßensänger/Lucius mit den selben Interpreten besetzt.

Bandbesetzung: Schlagzeug, Bass, Akustische Gitarre, 2 E-Gitarren, Keyboards, Cello

Ausführliche Synopsis

Rock’n’Roll Music: Der Vesuv ist ausgebrochen, die Pest tobt – schlechte Zeiten sind angebrochen. Die Menschen verfluchen den amtierenden Kaiser Titus und erinnern sich an den ehemaligen Kaiser Nero und seine Lieder: Es entspinnt sich das Gerücht, dass der tot geglaubte Kaiser noch lebt und als Retter zurückkehren wird.
Nero muss sterben: Der Senat demonstriert seine Loyalität zu Titus. Domitian, der Bruder des Kaisers, weist auf die Unruhe im Volk hin. Er berichtet von dem Gerücht, dass sich Nero auf einer kleinen Insel in der Ägäis niedergelassen hat und von dort aus wiederkehren wird. Titus beschließt, den Hochstapler einzufangen und in der Arena töten zu lassen. Er schickt den Sklaven Lucius auf einer Galeere nach Griechenland, um den vermeintlichen Betrüger zu enttarnen und nach Rom zu bringen.
Seemannslied/Sirens: Das Schiff gerät in einen Sturm und kentert.
The King is Alive: Als scheinbar einzig Überlebender findet sich Lucius am Strand einer Insel wieder. Der Herr der Insel stellt sich als überraschend authentischer und lebendiger Nero vor – Kaiser A.D., Spielmann und Feinschmecker. Da Lucius ihm seine Identität nicht glauben will, lädt Nero ihn zu einem kleinen Spiel ein: Er will seine wahre Lebensgeschichte erzählen – danach soll Lucius über ihn richten.
Kaiserschau: Das Bekenntnis des vermeintlichen Nero beginnt mit der kaiserlichen Herrscherfolge, bis er schließlich zu seiner ersten Kindheitserinnerung gelangt: Das Schlaflied, das seine Mutter für ihn gesungen hat…
Agrippinas Schlaflied: Agrippina bringt liebevoll ihren kleinen Sohn zu Bett. Sie sinnt auf Rache für ihr erlittenes und noch zu erleidendes Martyrium: „Und unsere Feinde werden brennen, wenn es dunkel wird in Rom…“
Wir sind bereit: Der von Agrippina zum Erzieher erkorene Philosoph Seneca sucht nach seinem Zögling Nero. Auf dem Forum findet er allerdings interessiertere Schüler als im Palast. Ein Brief vom Apostel Paulus erreicht Seneca. Darin berichtet Paulus vom nahenden Reich Gottes und der Bewegung der Christen. Diese Nachricht macht rasch die Runde unter der Anhängerschaft Senecas: Die Menschen sind begeistert von der Heil versprechenden Lehre und gründen erste christliche Gemeinden in Rom. Seneca hingegen bleibt skeptisch und wendet sich der Ausbildung des Prinzen zu. Dieser jedoch dankt seinem Lehrer die Bemühungen nur mit Nichtbeachtung. Nero plant lieber Konzerte für seine Freunde – mit ihm selbst als Star.
Entertaining Girls: Das Konzert auf dem Palatin wird zu einem rauschenden Fest. Die jungen Römer bejubeln die Rock’n’Roll-Show des passionierten Sängers Nero. Nach dem Konzert wartet die ehemalige Sklavin Acte auf den jungen Prinzen. Er macht ihr überschwänglich den Hof. Sie weist ihn im Hinblick auf den Standesunterschied in seine Schranken.
Tavernen Tango: Nero will die Realität nicht wahrhaben, sondern lieber mit Acte nach Griechenland fliehen. Acte fühlt sich geschmeichelt, aber vertröstet ihn auf ein „glückliches Leben an einem anderen Ort zu einer anderen Zeit“.  Sie werden jäh von Agrippina unterbrochen. Sie überbringt die Nachricht vom Tod des amtierenden Kaisers. Agrippina hat bereits alles für eine rasche Nachfolge arrangiert. Nero lehnt entschieden ab, doch als seine Mutter mit Selbstmord droht, fügt er sich in sein Schicksal.

** PAUSE **

Neronia: Als großzügiger Kaiser will Nero sein Volk mit Theaterfestspielen beschenken. Agrippina ist entsetzt und schickt Nero aufs Forum. Er soll sein Volk kennen lernen.
Spielmannslied: Mit Seneca im Geleit muss Nero feststellen, dass er zum Gespött von ganz Rom geworden ist. Das Volk will kein Theater, sondern Brot und Spiele.
Cry out Shout out: Gemeinsam mit Seneca besucht Nero einen geheimen Gottesdienst der Christen. Petrus predigt in den Sandgruben, die Menschen sind erfüllt von Hoffnung und Lebenslust. Unter den Anhängern entdeckt Nero seine geliebte Acte. Sie erzählt ihm von ihrer neuen Aufgabe: Sie will unter Einsatz ihres Lebens die Legionen bekehren. Nero muss erkennen, dass er sie somit als Frau endgültig verloren hat.
You are the Sun: Vor dem gesamten Hofstaat gesteht Nero Acte seine Liebe. Agrippina ist entsetzt und greift Acte an – es kommt zum offenen Konflikt.
Die Party ist vorbei: Nero wirft alle Anwesenden aus dem Palast und lässt seine Mutter von den Prätorianern abführen. Er gerät in einen Blutrausch, der nicht einmal vor seiner Mutter Halt macht.
Die Ferse des Achill: Als Nero seine Taten bewusst werden, treibt ihn das schlechte Gewissen bis an den Rand des Wahnsinns. Er beschließt, für sein eigenes Schicksal und alle unterlegenen Völker Rache zu üben.
Anklage: Rom liegt in Schutt und Asche. Unter den wenigen Überlebenden verbreitet sich die Kunde, dass der Kaiser selbst dies zu verschulden hat. Im Senat übernimmt Tigellinus das Wort für den apathischen Kaiser. Ein Augenzeuge wird dazu gezwungen, die Christen für den Brand verantwortlich zu machen.
For they know not what they do: Die Christen werden dem Kaiser vorgeführt und verurteilt: Auf sie wartet der Feuertod am Kreuz.
Von den Nachstellungen verschont geblieben, flieht Acte zu Seneca. Dort muss sie mit ansehen, wie dieser Selbstmord begeht. Doch auch Neros Stern sinkt, er verliert die Gunst der Prätorianer. Acte ermöglicht Nero die Flucht, indem sie statt Nero eine fremde Leiche begräbt.
Auf der Insel in der Ägäis kehrt Schweigen ein. An dieser Stelle der Geschichte bricht die Erzählung ab. Der römische Sklave Lucius soll nun sein Urteil verkünden: Ist der Mann auf der Insel tatsächlich der, für den er sich ausgibt? Der Richterspruch entlarvt den wahren Kaiser Nero. Ein raffinierter Plan scheint aufzugehen…
Gladiators: Zurück in Rom: Die Spiele zur Eröffnung des Kollosseums haben begonnen. In der Arena verliest Lucius Neros Abschiedsgedicht vor dem römischen Volk.
Finale

CANTUS Kommentar

Das Musical „Artifex Maximus“ wagt den Gegenentwurf. Die Binnenhandlung, eingebettet in eine abenteuerliche Suche nach der verschollenen Wahrheit, zeigt einen jugendlichen Idealisten, der Lieder in Tavernen singt und von der großen Freiheit träumt. Dieser ganz und gar moderne Nero wird von seiner rachsüchtigen Mutter Agrippina auf den Kaiserthron genötigt. Doch statt Brot und Spielen präsentiert er den Römern die Schönheit der Musik und des Theaters bei den Festspielen, die seinen Namen tragen: „Neronia“. Der innerfamiliäre Zwist zwischen der herrschsüchtigen Mutter und dem ewig verträumten Kaiser spitzt sich zu, bis es im Palast zum Eklat kommt. Nero bricht mit der Familie, mit den Idealen seiner Jugend, zerbricht am Ende selbst. Das brennende Rom ist keine Theaterkulisse mehr für den singenden Kaiser, sondern eine ganz prosaische Rache an jenem Staat, der die zarte Künstlerseele zu Grunde richten musste:
„Für das Barbarendorf am Tiber, Das die Welt beherrschen will, Bin ich ein Diener der Erinnyen, Die Ferse des Achill“

Hörprobe

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