das_gute_leben
Theater / Drama

Das gute Leben und der schöne Tod des Herrn D.

Eine Bühnenphantasie in neun Bildern

Autor: Tatjana Moskwina, Julia Kunze
Besetzung: Damen 1 / Herren 1
Dauer: 120–150 Min.
UA: 2003, Teatr na Litejnom, St. Petersburg

Cantus Empfehlung: Für Erwachsene und Jugendliche ab ca. 16 Jahren.

Eine phantastische Geschichte über die Liebe und den Tod nach Motiven des Drakula-Stoffs. Herr D. ist der jüngere Drakula-Bruder, der die Burg ebenso geerbt hat wie die Neigung zum Bluttrinken und zum Philosophieren. Unerwartet erhält er Besuch von einer Studentin aus Russland. Diese Begegnung wird für beide zum entscheidenden Wendepunkt ihres Lebens.

Ausstattung

Die gesamte Handlung spielt auf der alten, aber häufig renovierten Burg des Herrn D. Die einzelnen Bühnenbilder sind Orangerie, Speisesaal, Bibliothek, Schlafzimmer und ein leerer Paradesaal.

Besetzungsliste

Herr D.
Rollenalter etwa 590 Jahre, wirkt teils wie ein alter Mann, teils auch deutlich verjüngt. Jüngerer, schöngeistiger und bisexueller Bruder von Vlad Drakula, von diesem aus Rache für Verrat und Thronraub zu einer Art Unsterblichkeit verflucht. Ein Lebemann mit vielseitigen Interessen, der aber darunter leidet, das er für nichts wirklich Talent zu haben glaubt. Er ist sein langes Leben leid und sucht nach einer Möglichkeit, wie er trotz des Fluchs sterben kann. Alissas Besuch hat er vorausgeahnt; er verliebt sich ernsthaft in sie. Als ihm klar wird, dass er sie nicht bei sich halten kann, benutzt er sie für seinen Selbstmord.

Alissa
Rollenalter 18 Jahre. Die schöne Studentin macht auf ihrer Ferienreise einen Abstecher zur Burg, weil sie für ihren Dozenten dort etwas abgeben soll. Ihre Freunde wollen sie nach drei Tagen wieder abholen. Alissa ist unglücklich in einen Kommilitonen verliebt und hat Probleme mit ihren Eltern. Sie hat ein sexuelles Missbrauchserlebnis in ihrer Jugend noch nicht verarbeitet. Was sie nach dem Studium tun will, weiß sie noch nicht. Die Persönlichkeit und die Erzählungen des Grafen D. faszinieren sie, aber sie liebt ihn nicht und kann sich nicht vorstellen, für immer auf der verzauberten Burg zu bleiben. Als sie erfährt, dass Herr D. sie mit seiner extremen Langlebigkeit angesteckt hat, ist sie zuerst wütend. Nach seinem Tod akzeptiert sie die Möglichkeit, mit seinem Erbe ihr gesamtes Leben völlig zu verändern.

Ausführliche Synopsis

Bild I
Herr D. gießt in seiner Orangerie Blumen. Alissa erscheint. Sie soll Herrn D. ein Päckchen von ihrem Dozenten überreichen. Herr D. bittet sie, von sich zu erzählen. Sie ist mit Studienfreunden unterwegs, die sie in zwei Tagen wieder abholen. Herr D. biete ihr an, diese Zeit in seiner Burg zu verbringen und sich prächtige Kleider aus dem Ankleidezimmer zu holen.

Bild II
Nach dem Essen unterhalten sich Herr D. und Alissa im Esszimmer. Alissa berichtet von ihren viel beschäftigten Eltern. Herr D. deutet ein sehr langes Leben mit vielen Hobbys an. Alissa bringt ihm Macarena bei. Danach tanzen die beiden einen düsteren Tanz.

Bild III
In der Bibliothek spricht Herr D. über philosophische Themen. Alissa erklärt, was sie unter tragischer Liebe versteht. Anhand alter Portraits versteht sie, dass Herr D. der jüngere Bruder des Grafen Drakula ist.

Bild IV
In Alissas Schlafzimmer plaudern die beiden über den Sinn des Untergangs historischer Epochen. Alissa erzählt, wie vor vier Jahren ein Freund ihrer Mutter sie sexuell missbraucht hat. Seitdem fühlt sie sich von ihm verfolgt und glaubt ihn auch in Herrn D. zu erkennen, den sie erbost wegschickt. Herr D. ist tief beleidigt.

Bild V
Im Speisezimmer versucht Herr D. erfolglos, ein Puzzle zu lösen. Alissa findet ihn dort um die Mittagszeit. Sie fragt ihn nach seiner Unsterblichkeit und nach seinem Bruder. Er erklärt, dass Alissa ihren Wert nicht kennt. Sie ist bereit, ihn zu erfahren.

Bild VI
In einem leeren Saal in der Burg. Alissa weiß nicht, warum sie hier ist. Herr D. zeigt ihr seine Edelsteinsammlung und schenkt ihr einen Saphir. Er gibt ihr einen Liebestrank, tanzt mit ihr und zieht sie dabei aus.

Bild VII
In Alissas Schlafzimmer. Der Liebestrank hat aufgehört zu wirken. Alissa zieht sich an und will gehen, Herr D. hält sie zurück. Sie stellt ihm Fragen und verlangt ehrliche Antworten. Danach stellt er ihr Fragen. Sie will morgen wegfahren. Herr D. erzählt ihr ein Märchen zum Einschlafen.

BILD VIII
In der Bibliothek bereitet Herr D. sein Testament vor. Er hat Alissa als Haupterbin eingesetzt und lässt sie unterschreiben. Sie denkt, dass er erst nach ihr sterben wird. Er kündigt an, dass sie ihn in zwei Stunden umbringen wird. Außerdem hat er sie schon vor zwei Tagen mit seiner Unsterblichkeit angesteckt. Alissa regt sich zuerst auf, dann findet sie sich damit ab, als Vampirin zu leben. Sie will aber nicht bei Herrn D. bleiben.

BILD IX
In der Orangerie zieht Herr D. Alissa einen Umhang und Handschuhe an und gibt ihr eine Pistole, mit der er sich erschießt. Alissa ist entsetzt, als er stirbt. Ihre Freundin ruft an, um sie abzuholen, aber Alissa entschließt sich, noch länger auf der Burg zu bleiben.

Pressestimmen

„Als ich das Stück las, ist mir Vieles klar geworden: über mich selbst und darüber, dass es im Leben immer Hoffnung und Wahlmöglichkeiten gibt; aber manchmal ist es sehr schwer, die richtige Wahl zu treffen.“
Blogeintrag auf liveinternet.ru vom 27.01.2008

„Eine Liebesgeschichte um ein russisches Mädchen, das in der Gegenwart zufällig in die Burg des Grafen Drakula gerät. Die Geschichte hat nichts mit Bram Stoker zu tun, sondern enthält nur etwas Mythologie. Zudem ist ihr Zugang zum Drakulastoff recht humorvoll. (…) Es ist einfach eine Liebesgeschichte.“
E. Fjodorow

„Die vermutlich interessanteste Premiere dieser Saison am Teatr na Litejnom dürfte ‚Das gute Leben und der schöne Tod des Herrn D.’ sein. Die bekannte Theaterkritikerin Tatjana Moskwina schrieb das Stück nach der Romanvorlage eines als Theaterkritiker weniger bekannten Autors – Bram Stoker. Herr D. ist Graf Drakula. Nein, Graf Vlad wird nicht wieder zum Leben erweckt – da hat Professor van Helsing ganze Arbeit geleistet. Aber Moskwina gewährt dem alten Geschlecht gnädig Fortbestand – Graf Vlad erhält einen jüngeren Bruder, Nicolas. Dieser erbt den Titel und die familiären Gewohnheiten, wie etwa die Neigung zum Bluttrinken und Philosophieren, was im Grunde ein und dasselbe ist.“

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