Die Kochshow | Cantus Theaterverlag
Komödie / Sketche, Seniorentheater

Die Kochshow

Autor: Hedi Bumiller
Orchestrierung: keine, Playback
Besetzung: Damen 7
Dauer: 60–80 Min.
UA: 12.1.2007, Goldbekhaus Hamburg
DE: 12.1.2007, Goldbekhaus Hamburg
Spielbar ab: ab 18 Jahren

Cantus Empfehlung: Die Kochshow ist hinreißend komisch und bietet jeder Schauspielerin/jedem Schauspieler einen starken Charakter. Intelligent wird gesellschafts- und medienkritisch „Kochen als Lifestyle“ aufs Korn genommen und aus verschiedenen Blickwinkeln augenzwinkernd ausgespielt. Dabei geht es nicht nur ums Kochen, sondern auch ums Essen, und darum, wie man was isst.

Ganz Deutschland kocht. Ein Rezept jagt das nächste, eine Kochshow übertrifft die andere. Schwierige Zeiten für Elke Hubschmidt, Regisseurin eines Fernsehsenders im Quotentief. Denn sie hat die Aufgabe, eine noch nie da gewesene, ultimative Show zu produzieren. Dazu braucht sie:

  • 1 abgebrühte Moderatorin,
  • 3 Köchinnen, handverlesen,
  • 1 Prise Publikumsbeteiligung,
  • 300 000 Euro gesponsertes Preisgeld
  • und eine ganz und gar überraschende Zutat.

Der große Showabend naht. Wird ihr Rezept aufgehen?

Besetzung/Rollen/Charakter

Besetzung:

  • Damen: 7 Damen – auch mit Herren spielbar
  • Herren: geschlechtsunspezifisch

Rollen:

  • Dr. Wegmacher: Fernsehintendantin, die unter hohem Leistungsdruck steht. Die Zuschauerquote muss stimmen, der Stress deswegen bringt sie täglich dem Burnout näher.
  • Elke Hubschmidt: erfahrene und geschätzte Bild-Regisseurin, die leidenschaftlich und kreativ bereits viele Shows kreiert hat. Dafür ist sie unterbezahlt, weshalb sie öfter nörgelt.
  • Beatrice van der Looy: Moderatorin, nicht mehr ganz die Jüngste, aber ein Profi und ein Star. Sie spricht mit dänischem Akzent und süßen, grammatikalischen Fehlern.
  • Anna Jensen: Saalkandidatin und Imbiss-Besitzerin, darf als Köchin spontan an der Show teilnehmen. Sie wirkt ländlich und unbedarft, bis sie ihre wahre Seite zeigt: sie ist das Oberhaupt eines dubiosen Familienclans. Ist sie in ihrem Element, bringt sie gern Zitate aus dem Film „Der Pate“.
  • Carola Schmitz-Viventis: aufstrebsame und ehrgeizige Chemikerin,  die ihre Forschung zielstrebig verfolgt. Von der Teilnahme am Kochwettbewerb erhofft sie sich endlich den Durchbruch zum Erfolg ihrer zukunftsweisenden Kochkunst.
  • Josefine Grünlich: authentisch und ökologisch, nimmt als Köchin am Kochwettbewerb teil. Am liebsten würde sie die Welt retten, insbesonders Bauer Kettelsen, zu dem sie eine tiefe, schüchterne und nachhaltige Verbindung pflegt.
  • Alice: Maskenbildnerin, Mädchen für alles, seit einiger Zeit jobmüde. Ihr Revier ist die Garderobe. Sie ist ein Genussmensch und hat eine sehr sinnliche Haltung zum Essen, die sie gern kundtut, z.B. mit einer Liebeserklärung an das Butterbrot.

Bühnenbild/Inszenierung

Es wird nicht live gekocht. Bühne links: Regieraum mit Mischpult, Regler, Monitore, etc; rechts: Garderobe mit Schminktischen etc; Mitte: langer Steg mit rotem Läufer als Showbühne.

Musik: Lalo Schifrin, Music to interrogate by (für Ein-und Ausgang, sowie die Szenenwechsel); Smashing Pumkins, tonight tonight (für die Show-Auftritte der Moderatorin); Burt Bacharach, Promises Promises (Tusch für die Köchinnen)

Ausführliche Synopsis

Die Kochshow zeigt humorvoll und entlarvend, wie Kochen zum Lifestyle erhoben wird und wie Zuschauerquoten, Fälschung und Korruption im Fernsehen vorkommen. Starke, unterschiedliche Charaktere bestimmen die Kochshow, bei der am Ende das Gute gewinnt. Da ist der Fernsehsender im Quotientief, der mit allen Mitteln eine Erfolgsshow erfinden muss und eine geniale Bildregisseurin, die sich leidenschaftlich verausgabt. Die Moderatorin muss das Publikum packen und die Köchinnen im Zaum halten, was ihr professionell gelingt.

Die drei Köchinnen zeigen unterschiedlichste Kochkunst: das ist Kochen mit unschlagbar gesunden Zusätzen ( ein Salmo-Sandre aus der Aquakultur), das ist  deftige, authentische Hausmannskost ( Szegediner Gulasch) sowie eine öko- biologisch-vertrauenswürdige Leibspeise (Kräuter-Tofu-Bällchen im Sesambett).

Doch hinter den Kulissen wird überschminkt und betrogen, denn in der Garderobe regiert Alice, die ihre sinnliche Vorstellung von Essen genauso ausplaudert, wie den geplanten Betrug mit dem Preisgeld. Wäre da nicht die unterschätzte Anna Jensen, die kurzerhand ihren Familienclan mobilisiert, um den Betrug buchstäblich auffliegen zu lassen, hätte die Korruption gewonnen. So aber formiert sich zum Ende ein Widerstand gegen das abgekartete Spiel und für das Wohl Aller und die Moderatorin beendet erfolgreich aber entkräftet ihre Fernsehshow. Die Mafia Andeutung kann regional angepasst werden.

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