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Musical / Musiktheater, Rockmusical, Schulmusical

FREE@HEART.ABG

Zwei Häuser. Ein Liebespaar. Die Suche nach Leben und Freiheit.

Autor: Johannes Ponader, Christian Cieslak
Musik: Christian Cieslak
Orchestrierung: Band, Playback, Chor
Besetzung: Damen 5 / Herren 7
Dauer: 90–110 Min.
UA: 5. September 2008, Landestheater Altenburg
DE: 5. September 2008, Landestheater Altenburg
Spielbar ab: 14–15 Jahre

Cantus Empfehlung: Spielbar für Jugendliche ab 14 Jahre.

Altenburg 2010. Vor und nach den Proben der Theatergruppe zu ROMEO&JULIA treffen sich die Schüler auf dem Schulhof/im Park/an der Bushalte/in der Stadt. Erik und Andi würden am liebsten abhauen – in ihrer Stadt geht rein garnichts, die allgemein herrschende Null-Bock-Haltung kotzt sie und die anderen an und für die Jugendlichen interessiert sich eigentlich keiner.

Dazu gesellen sich die üblichen sozialen Spannungen: auf der einen Seite stehen die Reichenkinder Erik, Andi, Jojo und der prollige Nesthocker Lothar (=Montagues); auf der anderen die sozial Schwachen Marie (Tochter eines spanischen Einwanderers), Leelee, Lisa und Curd (=Capulets). Zwischen Lothar und Leelee kracht es dabei regelmäßig und heftig.
Marie ist am Ende, weil ihr Vater seine finanziellen Nöte im Alkohol zu ertränken versucht und ihre Mutter sie deshalb verlassen hat. Aber sie versucht tapfer zu sein; Marie ist nämlich seit kurzem in Erik verliebt – und umgekehrt. Eine Liebe zwischen ihnen scheint indes unmöglich: Denn zwischen ihren Eltern ist juristisch der Krieg ausgebrochen: der Konzernchef Friedrich von Meybach hat sich die Konditorei von Saverio Semmelmann mit unlauteren Mitteln einverleibt. Das bedeutet quasi dessen Ruin – am Tag nach der entscheidenden Verhandlung verschwinden auf rätselhafte Weise Saverio S. und die beiden Brüder Erik und Andi …

Prolog

In der Schultheater-Probe versuchen sich die Jugendlichen am Prolog und der Marktplatz-Szene von „Romeo und Julia“. Andi’s Song nimmt das Motto und die Problematik der Liebenden im Stück auf. Im ersten Nachrichten-Einspieler erfahren wir von der bevorstehenden Insolvenz der Konditorei Semmelmann.

1. Szene

Die Jugend-Clique trifft auf dem Schulhof zum Pizza-Schmaus zusammen. Sie erörtern die missliche Lage von Konditor Semmelmann und die Rolle des Konzernchefs von Meybach in diesem Spiel um Macht und Geld. Da einige die Theaterprobe geschwänzt haben, lassen sie sich im Soloensemble „Pizza oder Probe“ über die Parole „Pflicht contra Freiheit“ aus und beklagen nebenbei ihr kleines beschränktes Schülerdasein.

2. Szene

In inneren Monologen exponieren sich die einzelnen Probleme der Akteure: Lydia will Eigenverantwortung und ihr Leben selbst in die Hand nehmen. Margret und Anni haben Krach mit ihrer besten Freundin, weil die jetzt nur noch mit dem halbstarken Freund abhängt. Jojo träumt vom leckeren Futtern beim Staatsempfang. Halbwaise Lisa hat Angst, dass sie wegen der andauernden Arbeitslosigkeit ihres Vaters ihr Umfeld und ihre Freunde verlassen muss. Lothar ist dumm und durchgefallen und kann im Ort ohne Fußballverein nicht glücklich werden. Vladi moniert den mangelnden Zusammenhalt in der Klasse. Curd träumt von der Bühne und der Musik und will sein wie Kurt Cobain. Erik und Andi wollen abhauen.
Die Anti-Stimmung gegen die Stadt und ihre Unmündigkeit und Reglementierung steigert sich zum Chor „Wir wollen raus!“. Im Anschluss daran treffen Erik und Marie aufeinander, die dabei sind, sich ineinander zu verlieben. Sie unterhalten sich schüchtern und „verwandeln“ sich dabei in Romeo und Julia in der Ballszene.

3. Szene

Leelee und Lisa sind auf dem Weg nach hause. Leelee ist verträumt und sinniert übers „Abhauen“. Sie will nicht weg, weil sie ihre Stadt liebt. Wenn nur alles ein klein bisschen anders wäre – Ballade vom Sternschnuppenregen

 

4. Szene

Lothar und Andi treffen auf dem Bolzplatz zusammen. Andi hat bisher nichts von der sich anbahnenden Liaison zwischen Marie und seinem Bruder mitbekommen. Lothar schafft es, ihn gegen Erik anzuspitzen, um gemeinsam mit ihm das Date zwischen Marie und Erik zu verhindern – Lothar-Andi Verschwörungsduett. Lothar erscheint statt Erik bei der überrumpelten Marie und wird prompt von ihr stehengelassen.

5. Szene

Erik und Marie sitzen jeweils bei sich zuhause, Marie vertraut ihrem Tagebuch ihre Verzweiflung an: der Vater trinkt, seine Konditorei ist pleite, die Mutter hat sie beide verlassen und nun hat nichtmal das romantische Date mit Erik funktioniert. Erik schreibt ihr einen schüchternen Brief über seine Gefühle für sie, den jedoch sein Computer „verschluckt“. Im Liebesduett träumen sie sich durch alle ihre Sorgen und Nöte zueinander in die Zweisamkeit und in die berühmte Romeo&Julia-Balkonszene.
Im zweiten Nachrichten-Einspieler erhebt Saverio Semmelmann, der seinen Prozess verloren hat, schwere Vorwürfe gegen Friedrich von Meybach und dessen dubiose Geschäftsmethoden.

6. Szene

Marie rollt vor ihrer Freundin Lisa ihr ganzes bis hierhin tapfer unterdrücktes Innenleben aus: Vater, Insolvenz, Mutter und sie klammert sich an ihre Liebe zu Erik – Arietta Marie. Ein düsterer Tanz des Mädchens mit dem Tod.
Ein dritter Nachrichten-Einspieler berichtet vom Verschwinden der Brüder Erik&Andi, wobei von einer Flucht der beiden ausgegangen wird.

7. Szene

Die Schüler treffen jubelnd im Groß zusammen, sie haben vom vermeintlich geglückten Durchbrennen ihrer Freunde erfahren – Chor „Sie haben es geschafft!“

– Pause –

8. Szene

Curd klampft und pfeift ein latent aggressiv-unzufriedenes Intro, wir finden uns mitten in der morgendlichen Schultheater-Probe wieder und sind beim Scharmützel zwischen Mercutio und Tybalt. Mercutio fällt – Chor-Rap: „Was solln daz?“
Der vierte Nachrichten-Einspieler spricht vom Verschwinden des Angeklagten Semmelmann und einer eingeleiteten Großfahndung nach ihm.

9. Szene

Lothar möchte die Rolle des Romeo übernehmen und erntet dafür Hohn und Spott und gerät heftig mit Leelee aneinander. Aber andere Probleme treten jetzt auf den Plan: Die Clique hat noch überhaupt keinen Kontakt zu Erik und Andi herstellen können, stattdessen häufen sich die Fragezeichen hinter deren Flucht, immer mehr Indizien sprechen für eine Entführung der beiden. Die Sorge wächst. Als es durch einen Hilferuf auf Jojos AB zur Gewissheit wird, dass Saverio Semmelmann Erik und Andi entführt hat, kommt es zur AKTION: unter der starken Regie der nun kooperierenden Antipoden Lothar und Leelee wird von den Jugendlichen eine Massen-Suchaktion organisiert und gestartet – Chor „Party-cipation“

10. Szene

Wir sehen Erik und Andi gefangen im Keller von Semmelmann. Erik ist mit den Nerven fertig und sehnt sich nach Marie – Erik’s Song. Andi gelingt es mit Kraft und Geschick, sie beide von ihren Fesseln zu befreien. Sie rufen nach Semmelmann und bekommen einige Briefe in der Handschrift ihres Vaters zugespielt. Sie realisieren, dass es ihr Vater Friedrich von Meybach war, der Saverio Semmelmann mit finsteren Mitteln und Erpressung an den Rande seiner Existenz gebracht hat. Jetzt wissen sie bescheid – Ausbruchsduett: „Ich kann es nicht fassen!“. Mittlerweile ist die Clique auf ihre Spur gestoßen und mit geballtem Willen und aller Entschlossenheit gelingt die Befreiung.

11. Szene

Erik und Andi berichten und alle sind happy über die gelungene Aktion und ihr Glück, es hätte auch viel schlimmer ausgehen können. Freundschaft und Zusammenhalt werden besungen – Solistenensemble: „Jetzt sind wir frei!“. Nur Marie fehlt in dem schönen Ensemble. Zu einer Reprise vom Liebesduett bringt der Tod sie zurück: Sie hat sich – anders als Julia – für das Leben und die Liebe entschieden. Während im Hintergrund die Sonne aufgeht, greift Curd zur Gitarre und stimmt eine kurze hoffnungsvolle Melodie an – Instrumental „Freiheit“.

Pressestimmen

Die andere Geschichte vom Prinzenraub – Rockmusicalpremiere in Altenburg
Könnte sich in der Gegenwart eine Geschichte wie der Prinzenraub ereignen? Darum geht es im Rockmusical „free@heart“ vom Münchner Komponisten Christian Cieslak, mit dem am Freitag 90 Jugendliche aus Altenburg und Umgebung die Premierenbesucher im Heizhaus des Landestheaters zu Beifallsstürmen hinrissen.
Kunz von Kauffungen und sein Streit mit dem Kurfürsten, der Stolz Altenburgs, vor über 450 Jahren Schauplatz dieses Krimis gewesen zu sein, und die Versuche, daraus touristisch Kapital zu schlagen, die wirtschaftliche Schieflage, mit der die Stadt kämpft, fehlende Perspektiven für die Jugend, erste Liebe, erster Kummer, Füreinandereinstehen – all das nimmt Musiktheaterpädagogin Barbara Volkwein (Libretto) wie ein Bündel Mikadostäbchen in die Hand und wirft es in die Manege. Nicht alle Stäbchen können ohne Wackler und Einstürze aufgehoben werden.
Die Nähe zur eigenen Lebenssituation ermöglicht es den Akteuren authentisch zu sein, ob sie musikalisch oder tänzerisch geschult oder einfach aus Spaß an der Freude dabei sind. Anrührend beweist „free@heart“, wenn sie gewollt wird, funktioniert die Integration von Kindern mit einer Behinderung auch in so ein aufwändiges, Professionalität anvisierendes Projekt.
Die Rolle des Erzählers spielt Altenburg TV, unter den jugendlichen Bandkollegen sitzt der als Rocker verkleidete Thomas Wicklein und managt die Einsätze der jungendlichen Sänger und Tänzer. Die Regie von Ulrich Milde vermeidet falsches Pathos und setzt auf die Stärken der Akteure.
Die Enge im Heizhaus führt zwar zu akutem Sauerstoffmangel für Publikum und Darsteller, sorgt aber für Nähe. Besonders emotional erlebbar im energischen Chor „Raus, wir wollen raus aus dieser Stadt“, dem Song mit Ohrwurmqualität in dieser ganz besonders durch ihre Massenszenen bezaubernden Inszenierung (Choreografie und Einstudierung Peter Werner-Ranke und Konstantin Munteanu).
08. September 2008 | Ostthüringer Zeitung | Angelika Bohn

Hörprobe

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