Jetzt ich deutsch | © Rothhardt | Cantus Theaterverlag
Familienmusical, Musical / Musiktheater, Schulmusical

Jetzt ich deutsch

Ein Drei-Frauen-Musical um Freundschaft, Flucht und Frieden

Autor: Andreas Rüsing
Musik: Andreas Rüsing
Orchestrierung: Band, Playback
Besetzung: Damen 3
Dauer: 90–110 Min.
UA: 20.09.2016 um 20.00 Uhr, Theater Actelier Nürnberg
DE: 20.09.2016 um 20.00 Uhr, Theater Actelier Nürnberg

Cantus Empfehlung: Mit Gesang und Musik mit Vorurteilen aufräumen. Dieses Musical spiegelt nicht nur inhaltlich sondern auch musikalisch die Vielfalt unserer Zeit wieder. Es ist ein Stück für die jungen und talentierten Musicaldarstellerinnen.

Joy, Michaela und Valentina. Drei Frauen die das Schicksal zusammenführt. Drei kulturell unterschiedliche Einstellungen und Lebensgeschichten.

Eine Geschichte mit realem Hintergrund, die unsere heutige Zeit widerspiegelt und bewegt.

Vorurteile, Skepsis, Misstrauen. und dann mit Neugierde und Lebensfreude erkennen, dass Freundschaft und Miteinander der Weg des Friedens ist.

Besetzung/Rollen/Charakter

3 Frauen (Es sollten talentierte Profi-Musicaldarstellerinnen sein und sicher im Satzgesang sein. Schauspielerisches Talent ist gefragt. Tanzerfahrung wäre wünschenswert.):

Valentina: Rollenalter: ca.  25-30 Jahre. Argeninierin. Gerne mit spanischem Akzent. Untere Mezzosopranlage (a-f“).

Aufgewachsen bei Cordoba. Nach Umweltaktivitäten wird die extrem bedroht und entschließt sich, das Land zu verlassen. Sie reist mit einem Touristenvisum in Deutschland ein. Die einzige Möglichkeit zu bleiben scheint eine Heirat zu sein. Tatsächlich findet sie jemanden, der bereit ist, sie zu zum Schein zu heiraten…

Joy: Rollenalter: 17-18 Jahre. Gerne mit jemand dunkelhäutigem zu besetzen. Musikalisch meist in höherer Altlage gesetzt. Aber hohe Spitzentöne. Spielt live auf der Bühne Djembe (as-a“).

Geboren in Abyei im  Süden des heutigen Sudan. Sie stammt aus einer Familie christlicher Missionare. Als 2008 die Stadt zwischen die Fronten der Süd- und Nordsudanesischen Truppen gerät, verliert sie ihre ganze Familie. Ein mohammedanischer Junge, der auch bei dem Angriff alles verloren hat, rettet sie aus den Trümmern ihres Hauses. Gemeinsam fliehen sie aus der zerstörten Stadt …

Michaela: Rollenalter: ca. 30-35 Jahre. Mezzosopran mit guter Tiefe. Belting bis d“ (g-g“).

Aufgewachsen in Hersbruck. Sie empfand schon immer Ausländer als Bedrohung. Die Berichte über den 11.September, über Boko Haram und IS führen bei ihr zu der Angst, ganz Deutschland könnte durch den Islam bedroht werden. Für sie ist jeder einzelne Flüchtling ein potentieller Terrorist. Kontakt zu Joy und Valentina führt dazu, dass sie ihre Vorurteile und Ängste revidiert und einen völlig neuen Blick auf das Thema bekommt.

Bühnenbild/Inszenierung

Kann mit einfachen Mitteln umgesetzt werden.

  • 1. Teil: Valentinas Wohnung – Straße – Valentinas Wohnung
  • 2. Teil: Wartezimmer einer Behörde – Michaelas Wohnung

Umsetzung auch auf kleinen Bühnen machbar.

Spielbar ab: sofort

Ausführliche Synopsis

Die Bilder können angedeutet werden durch wenige gut ausgewählte Requisiten, wie Tisch, Stuhl oder ähnliches.

Die Musik lebt durch Satzgesänge im Wechsel mit großen solostischen Passagen. Und sie lebt von Stilelementen der verschiedenen Kontinente, die sich miteinander verzahnen und verweben. Das Stück ist gesanglich sehr anspruchsvoll (bei Live-Interpretation ist auch die Band sehr anspruchsvoll).

1. Szene: Valentinas Wohnung: Die drei Frauen feiern die soeben vollzogene Scheinhochzeit Valentinas. Salsa-Latin-Musik. Später feiern sie mit einem gospel-ähnlicher Song ihre Freundschaft.

Dann folgt ein Rückblick:

2. Szene: Offene Straße. Einspielung Reifenquietschen – Joy torkelt und fällt auf die Bühne. Michaela wettert über die Ausländer, die morgens schon besoffen sind. Valentina besingt ihre Einsamkeit in einem argentinischen Tango. Sie wirkt zunächst oberflächlich, denn sie ist ungewöhnlich sexy angezogen. Erst Valentina merkt, dass Joy verletzt ist. Das weckt Michaelas schlechtes Gewissen. Im A-cappella-Lied mit live-Djembenbegleitung „Abyei“ erzählt Joy, die zu Valentina schnell vertrauen fasst, ihre Geschichte. Michaela, hört sie und ist bewegt. Der Song „Abyei“ nimmt eher Christlich-Sudanesische Stilelemente auf, während das bald darauf folgende Stück „Freiheit“ eher an arabische Klänge angelehnt ist. Dieses Stück erzählt von enttäuschen Erwartungen nach der Ankunft in Deutschland und Momenten der Freiheit die Joy trotz allem auf der Flucht erlebt hat. (Joys großes Solo)

Valentina erlebte in Argentinien Missbildungen eines Babys wohl aufgrund Gentechnischer Experimente. Daraufhin wurde sie politisch aktiv bis sie so massiv bedroht wurde, dass sie keinen Ausweg sah, als das Land zu verlassen.

Diese Erlebnisse bewegen Michaela dazu, einige ihrer Vorurteile zu revidieren. Sie bietet (aus immer noch schlechtem Gewissen gegenüber Joy) ihre Hilfe bei Behörden an, hat aber Angst vor ihren „Freunden“, die so etwas niemals verstehen würden.

3. Szene: Am Ende wieder die Szene vom Anfang, bei Joy vor der drohenden Abschiebung wegen Volljährigkeit gewarnt wird.

Entreact: Der Song „Warten“ ein allgemeines  Lied über die Situation der Flüchtlinge, die oft zum Warten verurteilt sind. Er leitet über zum…

4. Szene: … Wartezimmer der Ausländerbehörde. Michaela kommt mit gebrochenem Arm, weil ihr Freund gewalttätig wurde, als sie bei seinen Rechten Hetzreden zum ersten Mal widersprochen hat. Sie hat Angst, ihren gesamten Freundeskreis aufgrund der Freundschaft mit Joy und Valentina zu verlieren. (Michaelas großes Solo).

Joy erzählt von einem Angebot in Hamburg. Darüber entzündet sich ein Streit, denn Michaela glaubt nicht, dass das Angebot seriös ist, die anderen fühlen sich im Stich gelassen.

5. Szene: Michaela besäuft sich alleine bei sich zu Hause. Sie glaubt sich von den Beiden verlassen. Ihr einziger Weg scheint zurück in ihr altes Leben. Daher verrät sie die Valentina um das verlorene Vertrauen ihrer alten Freunde zurück zu gewinnen. (Stumme Melodram-Szene).

Kurz darauf kommt Joy. Ihrem Asylantrag wurde stattgegeben. Michaelas ungutes Gefühl mit Hamburg hat sich bestätigt. Valentina kommt auch. Sie ist schwanger von ihrem (Schein)Ehemann und hat sich in ihn verliebt und ist glücklich (Titellied „Jetzt ich deutsch“). Daraufhin gesteht Michaela ihren Verrat. Valentina rastet völlig aus (Valentinas großes Solo, angelehnt an den Tango am Anfang, aber rhythmisch verändert.)

Ohne darauf einzugehen erzählt Joy von der Vision des Friedens, den sie zusammen mit ihrem verstorbenen Fluchtpartner Semir hatte. Durch dieses Lied finden die drei wieder zusammen und blicken in eine gemeinsame Zukunft. (Eine große, ruhige Nummer, die das Musical auf sehr intensive Weise abschließt.)

Presse

  • Nürnberger Nachrichten 12.09.2016 („Flüchtlingsschicksale auf der Bühne“)
  • Frankenpost 08.02.2017 („Gesang und Musik räumen mit Vorurteilen auf“)

Hörprobe

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