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Kindertheater / Jugendtheater

KARLINE REIBUTZ oder Wer rettet die Nacht?

Theatererlebnis für die ganze Familie

Autor: Marie Schweizer
Besetzung: Damen 10 / Herren 6
Dauer: 90–110 Min.
Spielbar ab: 11–13 Jahre

Cantus Empfehlung: Wundervolles Theaterstück, von Erwachsenen und Kindern spielbar.
Handbuch für die Spielleiter/in, als Basis für die zielsichere, kreative Umsetzung, liegt vor und kann gerne angefragt werden.

Vogelscheuche bekam dessen gesamte Blitzenergie bei dieser Aktion übertragen. Der arme Sputz verlor dabei leider seine Blitzenergie. Da Karline keinen Schlaf und keine Ruhepausen braucht und noch dazu zaubern kann, hält sie ihn und all ihre Tierfreunde in Atem. Nachdem sie diese verzaubert hat, möchte sie etwas Unglaubliches tun: „Ich lasse die Nacht verschwinden.“ Diese Macht hat sie nur am heutigen Tag – am Sommeranfang. Dazu muss sie, bevor die Sonne untergeht, auf der Abendrotwolke sitzend, mit dem Wind im Rücken starten und um den Erdball kreisen. Aber was geschieht auf der Erde, wenn es keine Nacht mehr gibt? Sputz und die aufgebrachten Tierfreunde setzen alles in Bewegung, um den Zauber zu verhindern. Sie lassen sich kuriose Sachen einfallen, damit Karline nicht starten kann. Ein spannender Wettlauf gegen die Uhr beginnt. Selbst das Gewitter mischt sich in der größten Not ein. Wer verhindert letztendlich die Katastrophe?

Ausstattung

Bühnenbilder:

  • Feld mit Bauernhaus: sonnig und Gewitterstimmung
  • Attrappe: Wolke vor der Sonne
  • Gewitterweltstraße
  • Attrappen: Abendrotwolke und Wind – können auch von Kindern dargestellt werden.

Lichttechnik: Gewitterstimmung, Blitzeffekte
Tontechnik: Musikeinspielung möglich, Donnergrollen und Sturmgeräusche, Hall

Besetzungsliste

  • Karline Reibutz – mit fantasievollem Übermut, gefährlichem Eigensinn, und fern jeglicher Vernunft, setzt sie sich über die Sorgen und Ängste ihrer Tierfreunde hinweg.
  • Cosilore – naive, sanfte Doppelgängerin von Karline Reibutz
  • Sputz – verantwortungsbewusster Blitzgeist, tieftraurig bis kämpferisch
  • Egilon Zupfmuck – kopflos, dummer, verliebter Bauer
  • Costa Kirikili – eitler Gockel
  • Elvira – Costa Kirikilis alte, devote Henne Pikinele, Gluckliese, Scharrlotta, Lollokratz – vier junge Hühner, arrogant, nervig und zickig
  • Ein junger Hahn – Snob (Statist)
  • Odinus – Feldbürgermeister, Politiker und Wichtigtuer
  • Schneckelbex – extrem faul und langsam, hilft nur auf übersinnlichem Wege
  • Schnusel – bescheidene, weise Eule, letztendlich die „Retterin der Nacht“
  • Eulenkind – traurig, lieb (Statist)
  • Sonne und Mond – schillernd, doch traurig, weil sie Angst haben, sich zu verlieren
  • Gruppen – Blitzgeister – Feldtiere – Sterne – mystische Gestalten – Gewitterorchester

(Erwachsene und/oder Kinder ab 12 Jahren), ein Kind, Kindergruppen ab 5 Jahren)

Ausführliche Synopsis

Vor dem Vorhang klärt Bauer Egilon Zupfmuck das Publikum auf über seinen derzeitigen seelischen Zustand: den des „Verliebtseins“.

Auf Bauer Egilon Zupfmucks Feld feiern die Feldtiere und fressen sich mit dem gestohlenen Obst und Gemüse die Bäuche voll.
Doch auf dem Bauernhof herrscht Hungersnot. Der Bauer vergisst schon das dritte Jahr sein Feld abzuernten. Seine Scheune bleibt leer. Es gibt keinerlei Vorräte und die Haus- und Hoftiere blicken in einen leeren Futternapf und müssen Hunger leiden. Der Grund seiner Faulheit ist jedem bekannt: seine hübsche Freundin Cosilore! Wenn er nicht bei ihr ist, läuft er gedankenverloren und verträumt durch die Gegend.

Der Gockelhahn Costa Kirikili ist total verärgert wegen Egilons Liebesduselei. Er fleht ihn an, er soll endlich eine furchterregende Vogelscheuche bauen, die alle Tiere bei ihrem Anblick in die Flucht schlägt, dann hätte er genügend Zeit, seine Ernte selbst einzuholen. Schließlich soll seine Zukünftige nicht mit einem armen Schlucker in Armut auf seinem Hof leben.
Dieses Argument hat gesessen! Egilon Zupfmuck macht sich an die Arbeit.

Neugierig sieht der Gockel ihm dabei über die Schulter und er kann nicht fassen, dass am Ende die Vogelscheuche gar nicht abstoßend hässlich aussieht. Das Ergebnis ist das genaue Abbild der liebreizenden Cosilore. Egilon Zupfmuck stellt die vermeintliche „Vogelscheuche“ auf sein Feld, danach schlendert er, sichtlich stolz auf sein Werk, nach Hause. Costa Kirikili kann des Bauern Blödheit nicht fassen. Notgedrungen schließt er sich den Feldtieren an, die wie magisch von der schönen Figur angezogen werden. Alle ehren den edlen Spender: Egilon Zupfmuck.

Es folgten Denkmalenthüllung und Einweihung des Kunstwerkes. Dabei ist Odinus, der Hamster und Feldbürgermeister in seinem Element und er kann sich als großer Politiker und Redner endlich wieder einmal seinen Feldbürgern präsentieren.

Odinus schmeichelt sich bei dem Neubürger Costa Kirikili ein (wieder eine Wählerstimme mehr), indem er dem Gockel die Ehre erweist, mit ihm zusammen den Namen für die Statue zu bestimmen. Nach einigem Hin und Her hilft bei der Namenssuche die Erinnerung an eine verflossene Hamsterdame und eine freilaufende Henne. Somit wird sie feierlich auf den Name „Karline Reibutz“ getauft.

Der Himmel verdunkelt sich und plötzlich zieht ein Gewitter auf. Es donnert und blitzt heftig. Costa Kirikili, Odinus, Schneckelbex und Schnusel, die Eule, suchen Schutz hinter einem Busch und beobachten aufgeregt ihre neue Freundin. Wird sie das Unwetter überstehen? Mit dem heftigsten Donnerschlag trifft ein Blitz Karline Reibutz und reißt sie zu Boden. Die vor Schreck entsetzten Tiere kommen zögernd aus ihrem Versteck und stellen fest, dass Karline unversehrt auf der Erde liegt. Erst zuckt sie mit den Augenliedern, dann mit den Fingern. Langsam bewegt sie Arme und Beine, streckt sich und richtet sich in Zeitlupentempo auf.

Unweit im Gras liegt ein gelbes Männchen. Es ist Sputz, der Blitzgeist, der auf seinem Blitz sitzend von der schönen Vogelscheuche angezogen wurde. Für ihn war die ganze Aktion höchst peinlich. In der Gewitterweltschule hat er doch gelernt, wie man Vogelscheuchen zerschmettert.

Karline Reibutz ist mittlerweile hellwach, denn sie hat die ganze Blitzenergie bei dem Einschlag mitbekommen und der arme Sputz hat seine dabei verloren. Er kann nun nicht mehr in die Gewitterwelt zurück, weil er sich vor den Gewitterweltfreunden, den anderen Blitzgeistern schämt und wie käme er auch ohne seine Energie wieder dort hin?

Notgedrungen, mit Schuldgefühlen belastet, bleibt er als verantwortungsbewusster Freund und Wegbegleiter an Karlines Seite, um auf sie aufzupassen. Doch dabei hat er höllisch viel zu tun, denn Karline ist hyperaktiv, braucht keine Ruhepausen und keinen Schlaf.

Die Tiere beobachten, dass sie zudem zaubern kann. Das machen sie sich zunutze: Odinus wollte schon immer ein Goldhamster sein. Schneckelbex Wunsch war eine Villa auf dem Rücken mit rosa Geranien am Balkon. Costa Kirikili sehnte sich nach vier jungen Hühnern (seine alte Henne Elvira genügte ihm nicht mehr).

Schwupp di Wupp, mit kuriosen, hüpfenden Zick Zack Bewegungen zaubert Karline und erfüllt den Tierfreunden ihre Wünsche.

Odinus hat nun einhundert Goldnüsse in seinen Backentaschen. Diese sind allerdings so schwer, dass er sich nur noch in gebückter Haltung bewegen kann. Schneckelbex ist so stolz auf ihre Villa und nennt sich deshalb nun „Freifrau von Schneckelbex“.Costa Kirikili hat sich seine Hühnchen zwar niedlicher und nicht so zickig vorgestellt, doch er findet sie sähen extrem gut aus.

Sputz steht dem Ganzen skeptisch gegenüber. Erst recht als Karline voller Übermut sagt: „Die Nacht muss verschwinden! Die zaubere ich weg! Die Dunkelheit ist öde und langweilt mich. Auf der Abendrotwolke sitzend, mit dem Wind im Rücken, möchte ich um den Erdball kreisen und dabei die Nacht wegzaubern.“
Sputz redet auf sie ein und sagt ihr, dass es dann keine Sterne und keinen Mond mehr gäbe. Die Sonne müsste 24 Stunden arbeiten, außerdem hätten Menschen und Tiere keine geregelte Nachtruhe mehr. Das wäre gegen die Ordnung der Natur und es entstünde dadurch viel Leid auf der Erde.

Doch die egoistische Karline lässt sich nichts von dem entsetzten Sputz sagen. Sie weiß, die Zauberkraft dafür wirkt nur heute, in der Nacht zum 21. Juni (Sommeranfang), denn da ist die Nacht am kürzesten und somit am schwächsten. Auch muss Karline bis zum Sonnenuntergang starten, denn wenn die Dunkelheit schon eingebrochen ist, hätte sie keine Macht mehr.

Das weiß auch Sputz. Für ihn und die Tierfreunde, die diese Katastrophe unbedingt verhindern müssen, beginnt ein turbulenter Wettlauf gegen die Uhr. Auf einem Baumstupf sitzt Sputz und grübelt, wie er Karline aufhalten kann. Als er sieht, dass Karline des Weges daherkommt, überrumpelt er sie gewaltsam, indem er seinen Gürtel löst und sie an einen Baum fesselt – solange bis sie nichts mehr anstellen kann. Sie schreit erbärmlich. Egilon Zupfmuck eilt herbei und befreit sie kurzerhand. Der verdutzte Sputz merkt zu spät, dass es nicht Karline Reibutz ist. Von einer Cosilore hat er noch nie etwas gehört.

Es ist ihm außerordentlich peinlich, er entschuldigt sich und hat es nun verdammt eilig, die hyperaktive Karline zu suchen.

Zupfmuck bringt sein immer noch heulendes Cosilörchen ins Haus und pflückt anschließend für sie zum Trost Blumen. Plötzlich steht seine Liebste hinter ihm, die sich offensichtlich wieder beruhigt hat. Kniend überreicht er ihr den Blumenstrauß. Sie jedoch reißt ihn an sich und wirft ihn im hohen Bogen hinter sich und brüllt ihn an, dass sie für solchen Unsinn keine Zeit habe.

Er merkt zu spät, dass dieses resolute Mädchen nie und nimmer seine sanfte Cosilore sein kann.Es ist Karline Reibutz. Den Namen hat er noch nie gehört.

Costa Kirikili, Odinus und Schneckelbex wollen nicht untätig sein und schmieden Pläne, um Karline zu stoppen.
Costa Kirikili hat eigentlich keine Zeit, denn er hat Stress mit seinen aufmüpfigen Hühnerzicken.
Schneckelbex ist eher nur in der Lage auf geistigem, spirituellem Wege zu helfen. Mit der Kraft ihrer Gedanken will sie das Unglück verhindern. Für alles andere ist sie viel zu langsam.
Odinus als Bürgermeister fühlt sich besonders gefordert, das Problem zu lösen, möchte aber Sputz die Verantwortung zuschieben, weil er ja daran schuld ist, dass die Vogelscheuche lebt.

Sputz fühlt sich allein gelassen. Er fleht den Himmel an. Seine Gewitterfreunde sollen ihm helfen und sich gegen Karline stellen, um sie am Start zu hindern. Er bittet das Gewitter, es solle ihm ein Zeichen geben, ob es ihm hilft. Er wartet. Es kommt keins!

Sputz lockt Karline, um Zeit zu schinden, auf die unheimlich mystische Gewitterweltstraße. Dort ist sie beeindruckt und fasziniert von den Farben, den Klängen, von mystischen Gestalten. Es begegnen ihnen dort Sonne, Mond und Sterne, auch die haben von ihrem schlimmen Plan gehört.

Sputz stellt entsetzt fest, dass er schon wieder einen Fehler gemacht hat, denn er hat nicht beachtet, dass auch der Wind und die Abendrotwolke auf der Gewitterweltstraße wohnen. Karline hat sie sogleich für die Erdumkreisung gebucht. Doch möchte sie sich noch von ihren Tierfreunden verabschieden und ihnen ihre Macht demonstrieren. Es ist schon spät, deshalb muss sie eiligst handeln. Den Tieren ist endlich gemeinsam etwas eingefallen, wie sie Karline aufhalten können: Sie muss sie wieder zurückzaubern. Das kostet Karline Zeit und bis das geschehen ist, ist die Nacht endlich angekommen. Und außerdem, was ist, wenn sie nicht mehr von ihrer Erdumkreisung zurückkommt? Müssen sie in ihrem verzauberten Zustand für immer bleiben? Odinus möchte wieder aufrecht gehen können, Schneckelbex könnte in ihrem alten runden Schneckenhaus wieder gut schlafen und Costa Kirikili wünscht sich wieder ein ruhiges Leben mit seiner Henne Elvira. Sie wollen unbedingt wieder sie selbst sein.

Karline jedoch will sich nicht mehr ablenken lassen.

Doch die Tiere sind sehr hartnäckig und sie zaubert sie widerwillig zurück. Leider dauert die Entzauberung nicht so lange wie es notwendig wäre.

Karline setzt sich startklar auf die Abendrotwolke. Sputz ruft flehend seine Gewitterfreunde um Hilfe. Haben sie ihn schon vergessen? Plötzlich verdunkelt sich der Himmel, Gewitterwolken, Donner, Blitze, Regen und Sturm stellen sich gegen Karline. Es gewittert wie noch nie. Sputz ist überglücklich, seine Freunde lassen ihn nicht im Stich. Blitzgeister wirbeln herum, der Donner rumpelt lautstark und alle gehen in Deckung. Der Blitzgeist feuert euphorisch seine Freunde an, doch Karline hat keine Angst. Sie ist ein Kind des Gewitters. Im Gegenteil, sie verspottet es, jauchzt und lacht.

Die Sonne ist fast untergegangen, die letzten Sonnenstrahlen zeigen sich hinter einer Wolke. Es wird für Karline allerhöchste Zeit zu starten. Als die Turbulenzen am Himmel ihren Höhepunkt erreichen und Karline zum Abheben ansetzt, kommt in allergrößter Not Eule Schnusel mit ihrem Eulenkind angeflogen und stellt sich ihr mutig in den Weg. Sie bettelt um ihr Leben: „Karline, du darfst die Nacht nicht abschaffen, sonst müssen wir sterben.“ Karline reagiert sehr ärgerlich und ungehalten, wobei sie der Eule klar macht, dass sie morgen früh doch wieder zurück ist, es ist ja nur die Nacht die verschwindet.

Ärgerlich stößt sie Schnusel und das Eulenkind weg. Schnusel lässt nicht locker und kämpft um ihr Leben. Abermals macht sie ihr klar, dass sie und ihr Kind verhungern müssten, weil sie nur in der Dunkelheit ihre Beute sehen.

Das Gewitter verstummt. Alle kommen neugierig, angespannt aus ihrem Versteck und halten den Atem an. Opfert Karline die Freundin und das Eulenkind, weil sie unbedingt ihren Willen durchsetzen und sich und allen etwas beweisen möchte? Nachdenklich steigt Karline Reibutz von der Abendrotwolke herunter. Die Worte der Eule haben sie mitten ins Herz getroffen. Sie schämt sich und begreift, wie selbstsüchtig und gefährlich sie handeln wollte.

Nein, das darf nicht sein, dass eine Freundin wegen ihr stirbt.

Das erste Mal in ihrem Leben empfindet sie Mitleid in ihrem Herzen. Ein Gefühl, das sie vorher nicht kannte. Reumütig nimmt sie die kleine Eule in den Arm und entschuldigt sich – auch bei allen anderen Tieren.

Sputz und die Tiere sind erleichtert und überglücklich wegen Karlines Wandlung, und sie erkennen: Sie ist doch ein gutes Wesen.

Das Gewitter schickt Sputz einen wunderschönen Regenbogen, der bis zur Erde reicht. Der kleine Blitzgeist nimmt Karline an seine Hand und er geht mit ihr über den Regenbogen in die Gewitterwelt. Beim Hinaufsteigen verabschiedet sie sich überschwänglich und beide winken ihren Freunden zu, die letztendlich froh sind, dass wieder Ruhe auf der Erde herrscht.

Übrigens: In der Gewitterwelt kann Sputz sich seine Blitzenergie zurückholen, indem er nochmal in die Gewitterschule geht und lernt, wie man erfolgreich Vogelscheuchen zertrümmert.

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