Schamanenkuss
Theater / Drama

Schamanenkuss

Ein Fantasy-Stück

Autor: Roland Mörchen
Besetzung: Damen 2 / Herren 7
Dauer: 120–150 Min.

Cantus Empfehlung: Für professionelle Schauspieler und erfahrene Amateure.
In Mehrfachbesetzung (Damen und Herren): Statisterie und kleine Sprechrollen

Der Schamane Medarches verfügt über die Gabe der sieben Leben. Mit seinem Freund Tarko macht er sich auf den Weg zur Vollversammlung aller Schamanen. Dabei verliert er vier seiner sieben Leben, klärt einen Prinzenmord auf und bringt mit Hilfe weiterer Gefährten den Oberschamanen zur Strecke, der die Königskrone an sich reißen will.

Ausführliche Synopsis

1. Akt

1. Szene: Der Schamane Medarches sucht im Hafen das Schiff „Delphin“ auf, das unter dem Kommando von Kapitän Pika steht. Pika ist nicht erfreut über seinen Passagier, den ihm die Reederei aufgezwungen hat, und lässt es ihn deutlich spüren. Medarches erkundigt sich nach einem Gasthof, weil er vor dem Ablegen noch essen will. Pika schickt ihn zum „Blinden Piraten“.

2. Szene: In der vollbesetzten Kneipe setzt sich Medarches zum schlafenden Tarko und bezahlt auch für den ehemaligen, mittellos gewordenen Knecht eine Mahlzeit, nachdem er aufgewacht ist. Tarko möchte auf den amergonischen Kontinent – ohne Geld eine aussichtslose Sache. Medarches will ihn mitnehmen und die Überfahrt bezahlen. Tarko ist dem Schamanen äußerst dankbar, stutzt aber, als er hört, dass sie auf der „Delphin“ reisen werden. Er kennt Kapitän Pika als einen Mann, der im betrunkenen Zustand bereits dreimal gewettet hat, sein Schiff sicher durch die Straße von Plaknatar zu bringen, die wegen spitzer Felsen unter der Wasseroberfläche gefürchtet ist. Jedes Mal sind die Schiffe gekentert. Trotzdem weicht Tarko seinem neuen Freund nicht von der Seite.

3. Szene: Pika ist über einen weiteren Passagier erst recht nicht erfreut. Da ihn Medarches aber gut bezahlt, willigt er ein. Während der Schamane unter Deck geht, treiben die Matrosen ihren Schabernack mit Tarko.

4. Szene: Tarko flüchtet sich in die Kabine, wo Medarches ausgestreckt auf dem Boden ruht. Er will dem Schamanen von einem Fremden mit Kapuze erzählen, den er beim Kapitän bemerkt hat. Aber Medarches weiß schon davon: Wenn er entspannt daliegt, kann er seinen Geist ausschicken und so in jeden Winkel des Schiffes sehen. Er und Tarko beschließen, den Kapitän aufzusuchen.

5. Szene: Pika betrinkt sich und macht offenbar aus Furcht vor dem Fremden bloß Andeutungen. Während sich Tarko weiter auf dem Schiff umsieht, geht Medarches allein an die Reling. Plötzlich bricht er zusammen. Zwei Matrosen kommen ihm zu Hilfe und begleiten ihn unter Deck.

6. Szene: Tarko ist bereits wieder in der Kabine angelangt, als auch Medarches hereinkommt und sein Gewand ablegt. Auf der Höhe des Herzens hat er eine blutrote Narbe. Der Schamane erzählt dem zunächst ungläubigen Tarko, dass ihm an der Reling unsichtbar eine Klinge ins Herz gestoßen worden ist. Medarches, der die Gabe der sieben Leben besitzt, war daraufhin kurzzeitig tot, bevor er wieder zum Leben kam. Er vermutet den Fremden hinter dem Anschlag. Vielleicht soll er verhindern, dass Medarches die Vollversammlung der Schamanen erreicht, wohin er unterwegs ist. Pika erscheint stockbetrunken und meldet, dass er Kurs auf Plaknatar hat nehmen lassen. Medarches will eine Katastrophe verhindern.

7. Szene: Pika hält die meuternden Matrosen mit einer Kanone in Schach. Medarches breitet am Bug die Arme aus. Dadurch bringt er das Schiff zum Schweben, sodass es die Straße von Plaknatar zum Erstaunen aller unbeschadet passiert. Medarches trägt dem Kapitän auf, nach einer kurzen Verschnaufpause auf demselben Weg umzukehren.

8. Szene: In seiner Kabine streckt sich Medarches auf dem Boden aus. Er entsendet seinen Geist, um Pika beim Manövrieren einzugeben, wo sich unter Wasser die gefährlichen Stellen befinden. Diese soll er dann in eine Seekarte eintragen. Als alles geglückt ist, wirft Pika unter dem Jubel der Matrosen seinen Schnapskrug über Bord.

9. Szene: Pika ist Medarches zu Dank verpflichtet, auch weil dieser nicht ausplaudert, wie Pika das Meisterstück der Rückfahrt gelungen ist. Er spricht aus Angst vor dem Fremden noch immer nicht deutlich, aber seine Andeutungen sind für den Schamanen jetzt klar genug: Ein Nachtwirsch, der nur durch die Kraft seiner Gedanken tödliche Wunden beibringen kann, muss ihn angegriffen haben. Medarches ist aber sicher, dass er sich nicht mehr auf dem Schiff befindet. Vermutlich hat er sich nach dem Attentat in eine Möwe verwandelt und ist davongeflogen.

10. Szene: Das Schiff erreicht den amergonischen Kontinent und legt in der Bucht von Galinga an. Medarches und Tarko verabschieden sich von ihrem neuen Freund Pika, um den Weg zur Vollversammlung fortzusetzen. Von einem Karawanenführer erfährt Medarches, dass man an der Turi-Oase einen Ermordeten aufgefunden hat. Nach der Beschreibung muss es sich um den Prinzen Bangadi handeln, König Amergons Sohn. Bangadi wollte Medarches treffen.

11. Szene: Unterwegs stoßen sie auf die Schlangen-Schamanin Tidophee, die in Seelen zu blicken versteht und Schlangen beschwört. Vorerst begleitet sie Medarches nicht zur Vollversammlung. Sie ist auf der Suche nach ihrem Lebensgefährten Kunar, der seit einiger Zeit spurlos verschwunden ist. Auf Medarches‘ Frage nach ihrer Schwester Phismee antwortet sie ausweichend. Phismee ist die Wächterin der Goldenen Pforte, die nur durchschreiten darf, wer bereit ist, sein innerstes Wesen zu erkennen. Tidophee warnt Medarches vor einer Gestalt, die ihr zu folgen scheint und ihr Gesicht unter einer Kapuze verbirgt. Als sich Tidophee verabschiedet hat, taucht die Gestalt plötzlich auf. Nach einigem Zögern folgt sie Medarches und Tarko.

12. Szene: An der Turi-Oase findet Tarko ein merkwürdiges Abzeichen. Medarches nimmt es an sich. Kurz nachdem sie weitergegangen sind, erscheint auch die vermummte Gestalt wieder.

13. Szene: Medarches und Tarko treffen auf den Langhaar-Schamanen Parthan. Auch er befindet sich auf dem Weg zur Vollversammlung. Parthan zieht eine unendlich lange Mähne hinter sich her. Er hat das Gelübde abgelegt, das Haar erst wieder zu kürzen, wenn der Tod seiner Tochter gesühnt ist, die der Oberschamane Drengah den Feuergeistern geopfert hat. Als Medarches ihm das Abzeichen zeigt, weicht er aus. Parthan geht allein weiter. Kurz darauf greift die vermummte Gestalt Medarches an: Es ist der Nachtwirsch, dessen Geist aber durch einen Zauber Tidophees gebannt ist, sodass er offen angreifen muss. Medarches sorgt dafür, dass er sich in Luft auflöst. Tarko geht, um für Medarches Datteln zu holen.

14. Szene: Als Tarko nicht zurückkehrt, macht sich Medarches auf die Suche nach ihm. Dabei trifft er auf den Zwerg Gulka, der im Auftrag Drengahs nach Gold schürfen muss. Von Gulka erfährt er auch von Geheimbündlern unter den Schamanen, die Drengah mit diesem Gold bestechen will. Gulka hilft Medarches bei der weiteren Suche nach Tarko.

15. Szene: Tarko hat sich verlaufen und sucht seinerseits Medarches. Da stolpert der schwerverletzte Kunar, Tidophees vermisster Lebensgefährte, vor seine Füße. Gulka und Medarches entdecken Tarko, und der Schamane legt Heilkräuter auf die Wunde des Bewusstlosen. Tarko soll Kunar mit dem Zwerg in Gulkas Haus schaffen und später nachkommen.

16. Szene: Der Elfenprinz Webron hört Medarches und tötet ihn. Als der Schamane wieder zum Leben kommt, sticht er mit seinem Dolch ein weiteres Mal zu.

2. Akt

1. Szene: In Gebirgsnähe trifft Medarches auf Tidophee. Wieder lebendig geworden, ist er dem Elfenprinzen entronnen. Doch Webron bleibt ihm auf den Fersen. Tidophee bürgt für Medarches, den Webron für Drengah gehalten hat. Der Oberschamane ermordete Webrons Schwester, weil sie seine Werbung zurückwies. Er setzt seine Suche nach ihm allein fort. Tidophee ist erfreut, von Kunar zu hören, und offenbart Medarches, dass sie sich um ihre Schwester Phismee sorgt. Sie muss hier irgendwo von Drengahs Leuten festgehalten werden, weil sich der Oberschamane für die Goldene Pforte interessiert. Medarches entsendet seinen Geist und entdeckt Phismee tatsächlich gefesselt in einer nahen Höhle.

2. Szene: Inzwischen ist auch Tarko als Gefangener in der Höhle. Zwei Schamanen wollen aus ihm herausbekommen, wo sich Medarches aufhält. Aber der Schamane ist schon da und kann die beiden überwältigen. Dann lässt er sie großzügig laufen. Tidophee hat unterdessen Phismee befreit. Tarko berichtet, dass Kunar schnell wieder zu Kräften gekommen und abgehauen ist.

3. Szene: Die beiden Schamanen beschließen aus Angst vor Drengahs Zorn, Medarches zu folgen und ihn zu töten.

4. Szene: Während einer Rast erzählt Phismee, dass Drengah mit ihr durch die Goldene Pforte geschritten ist, wo sie dessen ganze Niedertracht gesehen hat. Als sie wieder heraustraten, kamen fünf Kreaturen mit, Ausgeburten von Drengahs böser Fantasie. Sie können durch bloße Berührung zwar jeden augenblicklich töten, aber nicht lange existieren. Phismee kennt das Abzeichen. Die Geheimbündler unter den Schamanen tragen es. Drengah hat vor, König Amergon zu stürzen. Tarko soll Phismee zu ihrer Höhle in der Nähe der Goldenen Pforte begleiten. Dort sollen sie sich verstecken. Er und Tidophee wollen weiter zur Vollversammlung. Auf einem nahen Hügel möchte Medarches zuvor neue Kraft schöpfen.

5. Szene: Die beiden Schamanen schleichen sich an Medarches heran, um ihm mit einem Schwert den Kopf vom Rumpf zu trennen. Medarches kann sich wehren, dabei findet ein Angreifer den Tod. Den zweiten beißt eine von Tidophees Schlangen. Die Schamanin gibt Medarches eine Kette, die ihn künftig vor solchen Angriffen schützen soll.

6. Szene: Schamaninnen und Schamanen versammeln sich. An den Rändern der Sitzplätze lassen sich die bewaffneten Geheimbündler nieder. Drengah eröffnet die Versammlung und erklärt, dass der alte König Amergon nicht mehr regieren könne. Ein neuer Mann soll an seine Stelle treten. Unter den Anwesenden entspinnt sich eine heftige Diskussion. Drengah gibt dabei seine wahre Identität preis: Er ist Gontaron, der schon einmal erfolglos versucht hatte, seinen älteren Bruder Amergon um den Thron zu bringen. Prinz Bangadi wusste offenbar von den Plänen seines Onkels wusste und wollte Medarches warnen. Da Schamanen überall großes Ansehen genießen, will sich Drengah der Hilfe aller versichern. Medarches nötigt ihn zu einer Abstimmung: für oder gegen Drengah als König. Der Oberschamane weiß das Ergebnis zu beeinflussen und droht mit seinen Gefolgsleuten. Bevor sie losschlagen können, sorgt Tidophee in Trance dafür, dass sie erstarren. Medarches schlägt Drengah nieder und kann Parthan mit Mühe davon abbringen, sich an dem Wehrlosen für die Ermordung seiner Tochter zu rächen. Parthan bekennt, ursprünglich selbst zum Geheimbund gehört zu haben. Er klärte Bangadi auf und gab ihm sein Abzeichen zum Beweis. Drengah trachtete Medarches nach dem Leben, weil er um dessen Unbestechlichkeit wusste. Nur beging der Nachtwirsch den Fehler, nicht an die sieben Leben zu glauben. Parthan zwingt Drengah zu einem offenen Schuldbekenntnis. Tidophee wird Oberschamanin. Den Jubel nutzt Drengah, um mit einem Zopf-Schamanen zu fliehen.

7. Szene: An der Goldenen Pforte gelingt es Drengah, Tarko und Phismee gefangen zu nehmen. Mit der Wächterin durchschreitet er ein weiteres Mal die Pforte, um ein Heer von Kreaturen seiner bösen Fantasie zu erschaffen. Irre lachend tritt er wieder heraus, mit ihm nur fünf gespenstisch aussehende Krieger. Der Zopf-Schamane kommt dabei um. Webron ist plötzlich da, um Drengah zu töten, wird aber von ihm abgewehrt. Tarko greift ein und verliert durch die Berührung eines Kriegers sein Leben. Der irre gewordene Drengah flieht. Medarches kommt zu spät. Aber es gibt eine Möglichkeit, Tarko zum Leben zu erwecken: mit dem Schamanenkuss. Doch dann verliert Medarches auf der Stelle alle seine Leben. Er küsst den toten Tarko und stirbt. Tarko wird wieder lebendig, alle trauern um den Schamanen.

8. Szene: In der Bucht von Galinga ankert Pikas Schiff. Drengah will auf die Insel Windignor zu König Amergon, mit dessen Ermordung er den Tod überlisten will, wie er angibt. Seine Kreaturen sind längst wieder zerfallen. Pika lehnt ab, doch ein anderer Kapitän erklärt sich nach einigem Zögern und für Gold als Lohn zur Überfahrt bereit.

9. Szene: Phismee überredet Tarko, durch die Goldene Pforte zu schreiten, weil er aufgrund des empfangenen Schamanenkusses Dinge sehen kann, die anderen verborgen bleiben müssen. Offensichtlich war Drengahs Verstand geschwächt, weswegen er nur fünf Kreaturen statt eines ganzen Heeres mitbringen konnte. Außerdem hat er seinen baldigen Tod vorausgesehen und darüber den Verstand verloren. Aber es muss noch etwas dahinter stecken. Tarko geht durch die Pforte. Da taucht Kunar auf, der sie ebenfalls durchschreiten muss, weil er von sich wissen will, ob er ein Mörder ist. Phismee hält ihn zurück, wird aber von Webron gerufen. Als Tarko wieder heraustritt, geht Kunar hindurch. Tarko weiß jetzt, dass Drengah glaubt, am Leben bleiben zu können, wenn sein Bruder Amergon tot ist. Darum ist er nach Windignor unterwegs, wo der König die Sommermonate verbringt. Durch Tarkos Bereitschaft zur Selbstüberwindung kehrt das Leben in Medarches zurück. Da kommt auch Kunar in Begleitung Tidophees wieder durch die Pforte. Aber nicht die Schamanin selbst ist es, sondern ein Abbild ihrer Seele. Drengah wollte Tidophee zur Frau, genau wie Webrons Schwester. Von Drengahs bösem Geist ergriffen und nicht Herr seiner Sinne, tötete Kunar den Prinzen Bangadi und wurde dabei selbst verwundet. Der Oberschamane glaubte, Tidophee würde Kunar nicht mehr lieben, wenn sie in ihm einen Mörder sehen müsste. Medarches, Tarko und Webron eilen zur Bucht von Galinga.

10. Szene: Sie treffen Kapitän Pika gerade noch an. Mit der „Delphin“ nehmen sie die Verfolgung auf. Drengahs Schiff hat Kurs auf die Straße von Plaknatar genommen. Es dauert nicht lange, bis sie auf die Trümmer stoßen und Schiffbrüchige an Bord nehmen, darunter auch Drengah. Beim Kampf verliert Medarches ein weiteres seiner Leben. Dann setzt Drengah ihm das Messer an den Hals, das sich aber gegen ihn selbst wendet: Er tötet sich mit eigener Hand, da Tidophees Kette den Schamanen beschützt. Tarko beschließt, für immer bei Medarches zu bleiben.

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