schlafstörung
Theater / Drama

Schlafstörungen

Eine absurde Farce

Autor: Roland Mörchen
Besetzung: Damen 1 / Herren 1
Dauer: 30–50 Min.

Cantus Empfehlung: Für professionelle Schauspieler und erfahrene Amateure.

Ein Mann fühlt sich im Bett durch allerlei Geräusche am Einschlafen gehindert. Die im Bettkasten liegende Frau hört nichts. Sie wird vielmehr von seinen ständigen Vorwürfen gequält. Beide sind obendrein nicht allein. In der Nähe des Bettes sitzen Zuschauerinnen und Zuschauer, von denen der Mann und die Frau jedoch niemanden zu bemerken scheinen.

Ausführliche Synopsis

Der Mann kann nicht schlafen, weil er laute Radiomusik zu hören glaubt. Genervt zieht er den Bettkasten hervor. Darin liegt die Frau. Sie hört nur den Mann, aber keine Musik. Sie fordert ihn auf, endlich weiterzuschlafen. Er schiebt den Bettkasten wieder zurück. Dann meint er seine Frau klopfen zu hören. Bettkasten raus. Sie behauptet, nicht zu klopfen. Bettkasten rein. Der Mann hört Kratzen und Klopfen – Bettkasten raus – und schon wieder Radiolärm. Er schreit nach Ruhe. Bettkasten rein.

Der Mann kann nicht mehr einschlafen. Bettkasten raus. Der Mann beschwert sich bei der Frau, die nun auch nicht mehr schlafen kann. Beide sitzen auf dem Bett. Unbemerkt treten Personen mit Stühlen auf, setzen sich und schauen den beiden zu. Der Mann hört es aus dem Bettkasten klopfen. Er verdächtigt die Frau, obwohl sie doch neben ihm sitzt. Er inspiziert den Bettkasten und legt sich hinein. Die Frau schiebt ihn auf sein Geheiß unters Bett. Mal hört es klopfen, mal nicht. Die Frau legt sich wieder in den Kasten, der Mann ins Bett.

Einige Zuschauer im Stück gehen, andere kommen dafür. Der Mann und die Frau bemerken davon nichts. Ein Zuschauer schläft ein und schnarcht. Der Mann verdächtigt die Frau. Ein Zuschauer stampft mit dem Fuß auf. Der Mann verdächtigt die Frau. Das Radio hört er auch wieder. Zum Ärger des Mannes versucht die Frau, sich in den Schlaf zu singen.

Nach kurzer Stille beginnt es zu schnalzen, zu klopfen und zu kratzen. Aber im Gegensatz zum Mann hört die Frau nichts davon. Zuschauer im Stück schnippen mit den Fingern. Der Mann will endlich schlafen, die Frau auch.

Die Zuschauer im Stück tauschen ihre Stühle. Einer zieht sich aus und legt sich von allen beobachtet in den Bettkasten zur Frau. Als ihr Lustschrei den Mann hochfahren lässt, flüchten die Zuschauer, unter ihnen auch der Nackte. Nur dessen Stuhl und Kleider bleiben zurück. Der Mann wundert sich, dass der Bettkasten draußen ist, schiebt ihn zurück und legt sich wieder hin. Der Nackte kommt zurück, zieht sich an und setzt sich auf seinen Stuhl. Nach und nach wagen sich auch die anderen wieder herein. Der Mann schaut sie an, scheint aber keinen von ihnen zu bemerken. Dann liest er aus der Zeitung vor und doziert zum Unmut der Frau über sein Verständnis von Lärm. Plötzlich fühlt er sich von Augenpaaren angestarrt. Einige Zuschauer im Stück gehen ab, andere kehren ihm den Rücken zu.

Er hört es wieder aus dem Bettkasten klopfen. Die Frau summt ein Lied. Er hört nur dreimaliges Klopfen. Bettkasten raus. Wütend schlägt die Frau mit der Zeitung auf den Mann ein und legt sich wieder hin. Bettkasten rein.

Während alle Zuschauer zurückkehren, schreitet der Mann die Maße seines Bettes ab. Er zählt seine Schritte laut mit, was die Frau weiterhin um den Schlaf bringt. Ein Zuschauer schreitet nun auch die Maße seines Stuhls ab. Der Mann geht wieder zu Bett. Ein anderer zieht sich aus und legt sich in den Bettkasten, von allen außer dem Mann neugierig beäugt. Kichernd sagt die Frau, dass sie träumt. Die Zuschauer ziehen sich auf die ursprüngliche Position zurück. Nur der Nackte geht mit seinem Stuhl in die eine Richtung und die Frau in die andere Richtung ab. Als beide zurückkommen, ist sie nackt, während er ihre Kleidung trägt. Sie setzt sich aufs Bett, er ans Fußende auf seinen mitgebrachten Stuhl, auf dem noch immer seine Sachen liegen. Schließlich geht er wieder ab. Sie zieht dessen Kleider an und legt sich in den Bettkasten. Schlafwandelnd steht er Mann auf und tritt in den geöffneten Bettkasten auf die Frau. Er wundert sich über ihre Klamotten. Kasten zurück, Mann wieder ins Bett.

Alle Zuschauer im Stück bilden einen Kreis um das Bett. Die Frau stöhnt. Dann schrillt eine Sirene, gegen deren Lärm der Mann anschreit. Die Frau hat außer seinem Schreien nichts gehört. Der Mann versucht, sich in den Schlaf zu zählen. Als das nicht wirkt, fängt er zum Ärger der Frau auch noch zu reimen an. Die Zuschauer im Stück gehen auf die ursprüngliche Position zurück. Man hört allerlei Lärm und Geräusche, gegen die der Mann wie ein Wahnsinniger anschreit, sodass die Frau aus dem Bettkasten herausgeholt werden will. Plötzlich ist alles wieder still. Sanfte Musik erklingt. Alle Zuschauer verlassen die Bühne. Der Mann setzt sich auf einen der Stühle. Als die Zuschauer zurückkommen, mustern sie ihn. Er reagiert jedoch nicht. Der letzte Zuschauer findet seinen Stuhl vom Mann besetzt vor und legt sich darum ins Bett. Nach kurzer Zeit steht er jedoch wieder auf und tritt gegen den Bettkasten. Die Frau fordert den Mann auf, das Radio abzustellen und zu schlafen.

Kennen Sie schon diese Theaterstücke?

Invention für einen Schauspieler | © Fotolia-Yingko | Cantus Theaterverlag

Invention für einen Schauspieler


Alles Theater - Das Leben ist die Bühne | Cantus Theaterverlag

Alles Theater


Observation  - eye looking through a keyhole

Das Bild, das Spiel, die Stimme


zingerle_29423904x

Das Ungeheuer von Tirol