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Komödie / Sketche

Schlechtes Theater

Natürlich ein Drama!

Autor: Andreas Schäfer
Besetzung: Damen 1 / Herren 2
Dauer: 90–110 Min.

Cantus Empfehlung: Drei erfahrene Schauspieler scheinen erforderlich! Die Textmenge für den Einzelnen ist groß, das Tempo hoch, die Feinheiten des Humors (auch außerhalb des reinen Textes) sind sehr vielfältig und anspruchsvoll.

Sie und Er sind ein Paar und schon einige Jahre verheiratet. Man hat sich aneinander gewöhnt, man kommt miteinander aus, auch wenn die große Liebe – falls sie einmal gebrannt haben mag – wohl längst erloschen ist. Doch da kommt der Freund zu Besuch und wenige Worte lösen eine Lawine aus, die überraschende Geschichten der Vergangenheit offenbart und so zu einer absurden Katastrophe führt, aus der selbst ein Gott nicht mehr erretten könnte.

Ausstattung

Die meisten Szenen spielen in ein und demselben Raum einer Wohnung. Zwei kürzere Szenen spielen im Freien auf einer Mauer, die in die Tiefe führt.

Besetzungsliste

  • Sie ist eine junge Frau, die durchaus weiß, was sie will. An ihren Mann hat sie sich gewöhnt und zweifelt nur selten und jedenfalls nicht konsequent an ihrer Ehe. Sie hat ihren Stolz und lässt sich nicht ungestraft als ‚Hure’ bezeichnen. Für ihre vergangene und längst gelöste Verlobung mit dem Freund schämt sie sich nicht, wenn sie es auch für zweckmäßig hält, diesen Teil ihrer Vergangenheit vor ihrem Mann zu verheimlichen.
  • Er ist noch immer scharf auf seine Frau, aber neigt auch in schwer nachvollziehbarem Maße zur Eifersucht. Über sein homosexuelles Verhältnis, das er vor Jahren mit seinem Freund hatte, schweigt er lange – vielleicht, weil er es dem Freund versprochen hat, vielleicht auch aus Feigheit … Im betrunkenen Zustand neigt er zur Melancholie.
  • Der Freund ist nicht mehr homosexuell. Zumindest hat er vor Jahren beschlossen, sich nur noch für Frauen zu interessieren. Seither leidet er oft unter seiner Einsamkeit. Im Allgemeinen ist er meist auf Harmonie bedacht und glaubt fest daran, dass man Konflikte durch vernünftige Gespräche mit Ich-Botschaften lösen kann.

Ausführliche Synopsis

SIE und ER sitzen auf der Mauer, reden, aber bleiben sich fern. ER versteht IHR Mitleid mit einem Selbstmörder nicht, SIE hält IHN für herzlos. Später kommt der gemeinsame Freund zu Besuch und wird Zeuge jener Ferne zwischen beiden, um schließlich selbst IHREN Unwillen auf sich zu ziehen. Und so fragt sich der Freund, ob er der Ehe nicht lieber die Einsamkeit vorziehen sollte. Im weiteren traulichen Gespräch zwischen den beiden Herren verplappert sich der Freund … und wir erfahren, dass der Freund schon mit IHR verlobt war, bevor ER SIE und den Freund überhaupt kannte. SEINE Eifersucht entbrennt, obwohl die Sache viele Jahre her und längst vorbei ist. Für SEINE Verletzung hat der Freund wenig Verständnis – noch weniger Verständnis aber zeigt SIE, als SIE von IHM kurz darauf mit jener Geschichte in unangenehmer Weise konfrontiert wird. Dennoch lassen sich die beiden, SIE und der Freund, auf eine Aussprache ein und das schlechte Theater nimmt seinen Lauf! ER wirft IHR vor, eine Hure zu sein, worauf SIE droht, sich splitternackt auszuziehen und auf den Tisch zu setzen. Der Freund versucht die Wogen zu glätten und insistiert darauf, auf persönliche Angriffe zu verzichten und ausschließlich in Ich-Botschaften zu sprechen. Dies gelingt IHM nicht auf Anhieb … Die Sache entgleitet und SIE kippt IHM den teuren Grand Cru über den Kopf. Immerhin gelingt es dem Freund, die beiden für den kommenden Tag zu einem weiteren Gespräch zu überreden. ER besäuft sich in der Nacht vor jener zweiten Aussprache, wird melancholisch und bringt im Dialog mit seiner Frau, die eigentlich schlafen möchte, seltsame Gesprächsthemen ein. SIE aber will nicht unbedingt über SEINEN Penis reden … Die drei treffen sich erneut am anderen Morgen. Doch die Aussprache führt trotz eifriger Mühen des Freundes noch weiter in die Katastrophe. Nachdem ER SIE ein weiteres Mal als ‚Hure’ bezeichnet, können die beiden Männer SIE nur mit großer Mühe davon abhalten, sich auszuziehen. Dem Freund kommt die rettende Idee und er schließt die Augen. Das empfindet SIE als sehr unfair und SIE verlässt den Raum. ER rät dem Freund, die Augen trotzdem vorsichtshalber geschlossen zu halten, worauf der Freund eine Stehlampe und einige Flaschen umwirft, als er sich blind durch den Raum tastet. Der Höhepunkt des schlechten Theaters ist erreicht, als ER sich an die homosexuelle Beziehung mit dem Freund erinnert und nun den alten Zeiten nachtrauernd den Freund zu küssen versucht. Als die beiden sich auf der Bar sehr nahe kommen, kehrt SIE zurück … Nun kann auch kein Gott die Sache mehr retten und das Stück bricht nach IHREN intoleranten Ausbrüchen und einem teuflischen Plan im heillosen Zerwürfnis ab.

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