schuld01
Histotainment, Theater / Drama

Schuld – Wiedervorlage der Akte Jesus

Theaterstück – Gerichtsdrama – Bibelkrimi

Autor: Katalin Fischer
Besetzung: Damen 5 / Herren 5
Dauer: 90–110 Min.
UA: 21.9.2010, Bernried am Starnberger See
DE: 21.9.2010, Bernried am Starnberger See

Cantus Empfehlung: Sehenswerter Theaterabend garantiert. Das Stück richtet sich an alle Altersgruppen, eignet sich aber auch sehr gut für Jugendliche ab 15.

Ausstattung

Die Kreuzigung am Ende ist eine Herausforderung für den Bühnenbildner, da der Jesus-Darsteller wirklich am Kreuz hängen sollte.
Gesangsstück für die Schlussszene kann frei gewählt werden.

Besetzungsliste

  1. Die Besetzung ist variabel.
    Man kann alle Evangelisten und Zeitzeugen einzeln besetzen, oder aber teilt man sie unter zwei Schauspielern auf, d.h.
    – Matthäus, Lukas und Johannes werden von einer Person gespielt
    – Pilatus und Philo von Alexandrien ebenso.
    Die Rolle des Evangeliums muss nicht unbedingt besetzt werden.
    Wenn doch, spricht sie die Bibelzitate, allein oder zusammen mit den Evangelisten.
    „Eine andere Möglichkeit ist es, „Passionsvolk“ einzusetzen, das während der Zitate aus den Evangelien ein wenig Farbe und Bewegung auf die Bühne bringt.“
    Fazit: Max. 14, Min. 10 Schauspieler;
  2. Das Gericht wird nur von Frauen gespielt. Sie sind in ihrem Aussehen nicht betont weiblich, sprechen sich auch als „Herr Staatsanwalt“ und „Herr Verteidiger“ usw. an, sind also in gewisser Weise geschlechtsunspezifisch, vertreten aber dennoch – als höhere Kontrollinstanz – die weibliche Komponente. Das soll nicht nur das gesamte Geschehen von einer Testosteronlastigkeit abziehen (Zeugen und Beobachter sind allesamt männlich), sondern auch die Ausgewogenheit der Geschlechtsverteilung aller geistigen Welten wiederspiegeln. Der Handlungsebene von Zeugen und Protagonisten ist die Urteilsebene des Gerichts gegenübergestellt.
    Fazit: 5 Frauen – 5 Männer – 1 Kind (Mädchen)

Frauen: Richter, Staatsanwalt, Verteidiger, Gerichtsdiener, Evangelium, Kind

Männer: Evangelisten Matthäus, Lukas, Johannes, Pontius Pilatus, Philo von Alexandrien, Joker, Mann, Jesus

  • Richter – Frau, kann (muss nicht) älter sein, nüchtern, souverän, streng, gerecht
  • Staatsanwalt – jüngere Frau, klug, scharf und gefährlich, ein Raubtier
  • Verteidiger – junge Frau, lautstark, muss sich gegen starken Staatsanwalt behaupten
  • Gerichtsdiener – darf ganz jung sein, beflissen, eifrig, kleine Wichtigtuerin
  • Matthäus – gesetzter Mann, ein Eiferer, pathetisch, aufbrausend, beschränkt
  • Lukas – ein Intellektueller, besonnen, korrekt, der Gerechtigkeit verpflichtet
  • Johannes – ehrlicher junger Mann, einfaches Gemüt mit Fantasie und Begeisterung
  • Joker – junger Mann, schillernd, sehr körperlich, witzig, flink, kritisch, aber respektvoll
  • Mann – etwas älter, nicht unsympathisch, konventionell, unflexibel, altmodisch
  • Jesus – jung, stark, gute Stimme, starke Präsenz, überzeugt auch ohne viele Worte
  • Evangelium – junge Frau attraktiv, starke Persönlichkeit
  • Kind – Mädchen, ca. 8-12 J., unschuldig, nicht niedlich! keine Schönheit, nicht frühreif

Ausführliche Synopsis

Gerichtsverhandlung. Thema: wer ist schuld am Tod Jesu.
Die Anklage richtet sich – gegen wen? – die Juden, Pontius Pilatus, die Römer?
Muss erst noch geklärt werden.

Das geht nicht, juristisch nicht einwandfrei, sagt der Richter.
Das geht schon, wir sind hier schließlich in einem Theaterstück, sagt der Joker.

Richter, Staatsanwalt, Verteidiger rufen die Evangelisten, Pontius Pilatus und andere Zeitzeugen in den Zeugenstand, um Behauptungen der Evangelien auf ihre historische Verläßlichkeit zu prüfen.
Kann es so gewesen sein? Muss es nicht vielmehr anders gewesen sein?
Welche Indizien aus Brauchtum und zeitgenössischer Rechtsprechung gibt es für die Falschheit mancher Aussagen?

Verblüffende Widersprüche treten ans Licht.
Biblische statements – widerlegt.

Alles, was Pontius Pilatus oder Matthäus im Zeugenstand sagen, ist das Ergebnis eingehender Recherche, also nicht fiktional. Keine Pseudo-Zeugenaussagen, sondern aktuelle Positionen der theologischen und historischen Forschung. Das Stück operiert nur dort mit Fiktionen, wo Jesus selbst zu Wort kommt, also mit Joker über seine Motive spricht.

Joker und der Mann – zeitlose Figuren, die Zündstoff in die Diskussion werfen, am Handlungsverlauf zerren und als Träger unterschiedlicher sozio-psychologischer Subtexte fungieren.

Zum Schluss, Moment der Katharsis – die Kreuzigung.
Die Wahrheit wird zuletzt doch immer ans Kreuz geschlagen.

Pressestimmen

“Eine hochdramatische Inszenierung, die – drastisch, doch keinesfalls belehrend, Katharsis befördert – fabelhaftes Theater auf die Bühne brachte. Ein Erlebnis!” theaterkritiken.de

„Der grandiose Prozessbeginn, … fundiert und spannend. Ein Krimi, ein Gerichtsdrama, in dem man sich nicht scheut, Evangelisten in den Zeugenstand zu rufen.
Hochspannung bis zum Schluss und ein spektakuläres Kreuzigungsszenarium am Ende
garantieren einen äußerst sehenswerten Theaterabend.“
Donaukurier

„Die Wahrheit ist den Menschen zumutbar“ – dieser im Stück zitierte Kernsatz ist offenbar auch die Triebfeder für Katalin Fischers vor allem auf Wortgenauigkeit und Plausibilität zielende Aufarbeitung: Ausgewogen lässt sie das Gericht die verschiedenen Quellen würdigen, Anklage und Verteidigung gleichermaßen leidenschaftlich zu Wort kommen, ohne auch nur eine Sekunde langatmig zu werden. Geschickt platziert Fischer neben all die Zeugenaussagen noch zwei Figuren, die als „Prozessbeobachter“ so etwas wie die „rationale Vernunft“ der Neuzeit verkörpern. “
Kulturwelle5

„Keine leichte Kost, das neue Theaterstück von Katalin Fischer (Dettenschwang): „Die virtuelle Companie“, eine von Katalin Fischer ins Leben gerufene Theatergruppe, führte „Schuld – Wiedervorlage der Akte Jesus“ im Traidtcasten in Dießen auf – in beeindruckender Manier.“
Augsburger Allgemeine

„Zum Schluss läßt die Kreuzigung die Zuschauer sprachlos und erschüttert.“
dpa

„‚Wagemutig allemal! Ein spannender Theaterabend.“
Süddeutsche Zeitung

Kennen Sie schon diese Theaterstücke?

Es ist nicht leicht ein Kind zu sein | Cantus Theaterverlag

ES IST NICHT LEICHT EIN KIND ZU SEIN


Dunkle Triebe | Cantus Theaterverlag

Dunkle Triebe


zusammen-getrennt_48007453

Zusammen oder getrennt?


beschraenkte_gesellschaft_42983205_ger

Beschränkte Gesellschaft