Stupid Mater | Cantus Theaterverlag
Komödie / Sketche, Theater / Drama

Stupid Mater

Eine wundervolle Komödie in drei Akten und einem Nachspiel über die vergeblichen Liebesmühen einer treusorgenden Mutter

Autor: Andreas Schäfer
Besetzung: Damen 4 / Herren 3
Dauer: 60–80 Min.

Cantus Empfehlung: Aufgabe der Kunst ist nicht die Moral, sondern die Darstellung. ‚Stupid Mater’ will nichts lehren, sondern in einer grotesken realen Welt eine nicht weniger groteske fiktionale Welt entstehen lassen.

Herr und Frau Reich organisieren einen Maskenball für ihren Sohn Josef, damit der Zyniker endlich eine Frau fürs Leben finden möge. Josefs Schwester Adelheid aber meint, der Maskenball könne nur eine Katastrophe werden. Immerhin leidet Josef unter einer seltenen Krankheit: er kann keine Gesichter unterscheiden. Tatsächlich führt der Maskenball zu einem so überraschenden wie tragischen Ende.

Besetzungsliste

  • Adolf Reich ist ein Familienvater, der seine Kinder im Griff hat. In der Not genügt der Autorität des Hauses ein bedrohlicher Blick. Die Ruhe und Klarheit seiner Argumentationen erscheint eindrucksvoll.
  • Heiderose Reich ist die geliebte Gattin von Adolf Reich. Sie liebt ihren Mann sehr, schätzt dessen Autorität und sexuelle Zurückhaltung. Auch die Liebe zu ihren Kindern ist vorbildlich und findet ihren vorzüglichen Ausdruck darin, dass sie niemals den Glauben an die Güte ihres zynisch auftretenden Sohnes Josef verlieren wollte. Übrigens zeigt sich Frau Reich besorgt, ihr geliebter Gatte könnte dement werden, obwohl dies freilich ihrer echten Liebe zu ihm keinen Abbruch täte.
  • Josef Reich ist der zynische Sohn des Hauses. Er glaubt, nichts Liebevolleres für die Menschheit tun zu können, als seinen Menschenhass still und leise in der Stube auszuleben. Um nicht über Gebühr belästig zu werden, fügt er sich in das Unabänderliche: er empfindet den Maskenball, den seine Eltern für ihn veranstalten, zwar als Folter, unterwirft sich aber dennoch der Autorität des Vaters. Josef erkennt Menschen nicht am Gesicht, verachtet aber von Herzen die würgende Maria.
  • Adelheid Reich will sich die Freiheit nicht nehmen lassen, ihren Bruder Josef von Herzen zu hassen. Sie lässt sich von der väterlichen Autorität nur scheinbar in Schranken weisen.
  • Jakob ist Josefs einziger Freund. Seine Anwesenheit macht Josef den Maskenball, der ihm von seinen Eltern unfreiwillig geschenkt wurde, immerhin erträglich. Jakob steht Josef an Zynismus um nichts nach. Gemeinsam lässt es sich dann auch wundervoll über die Widerlichkeit der beim Maskenball anwesenden Maria lästern. Allein wegen Jakobs Sockenfetisch zeigt sich Josef gleichermaßen beunruhigt wie Jakob umgekehrt von Josefs Krankheit des Nicht-Erkennens von Gesichtern beängstigt wird.
  • Maria ist eine junge Frau, die wohl kaum ein Mensch schön finden kann. Auch ihre Art zu sprechen muss als ungewöhnlich bezeichnet werden.
  • Martha ist die schöne Freundin Marias. Sie gibt vor, dass es auf innere Werte ankommt, ist jedoch sehr froh darüber, nicht so aussehen zu müssen wie Maria. Im übrigen unterzieht sie sich ungern der Mühe, die zweifelnde Freundin vom Wert des Lebens zu überzeugen. Stattdessen empfiehlt sie ihr eine Gesichtsoperation.

Ausführliche Synopsis

1. Akt
Herr und Frau Reich möchten ihrem Sohn Josef einen Maskenball schenken, damit der Zyniker aus seinem ‚müden Alltagstrott’ heraus- und womöglich gar eine passende Frau fürs Leben findet. Obwohl sich Josef wenig begeistert zeigt, als seine Eltern ihn mit ihrer Idee am Frühstückstisch überraschen, gelingt es ihm nicht, dem Geschenk zu entkommen. Zu allem Überfluss wird er auch noch durch seine psychologisch interessierte Schwester Adelheid behelligt. Da Josef an einer seltenen Krankheit leidet, bei der man Menschen nicht am Gesicht erkennt, glaubt Adelheid, der Maskenball könne nur in einer Katastrophe enden. Herr Reich sieht das aus guten Gründen anders. Für Josef aber bleibt der einzige Trost, dass auch sein einziger Freund Jakob, der ihm an Zynismus um nichts nachsteht, zu dem Maskenball eingeladen werden soll.

2. Akt
Der Maskenball hebt an. Josef und Jakob langweilen sich. Allein der Reiz des Grauens, das Josef beim Gedanken an die Anwesenheit der ekelerregenden Maria empfindet – diese spricht keine Sätze, sondern würgt sie hervor – kann den Gelangweilten ein wenig unterhalten. Ebenso die zynischen Gespräche mit dem Freund Jakob. Nachdem Jakob und Josef unvorsichtig nahe an die hässliche Maria herangetreten sind und Jakob in der Folge eines missverständlichen Gespräches Maria als eine ungewöhnliche Frau bezeichnet, macht sich Maria Hoffnungen, Jakob könne sich in sie verliebt haben. Ihre schöne Freundin Martha bestärkt sie noch in diesem Gedanken. Die weiteren Bemühungen um Jakob bleiben aber erfolglos. Jakob ist ohnehin nicht an Frauen, sondern an Socken interessiert. Besonders angetan zeigt er sich dabei von Marias Socken, die möglicherweise verhext sind. Im erotischen Liebestaumel eilt er mit den eroberten Socken aus dem Raum und überlässt den Freund Josef seinem Schicksal. Da Maria maskiert ist, kann Jakob sie nicht erkennen, als er ihr die Socken von den Füßen reißt. Nachdem Jakob gegangen ist, lässt Maria zwar die Maske sinken, doch auch Josef erkennt sie (aufgrund seiner Krankheit) nicht. Um besonders geheimnisvoll zu wirken, schweigt Maria, während sich Josef, der sie durch unglückliche Umstände für die schöne Martha hält, um sie bemüht. Josef bekennt, er habe schon immer mal mit einer Frau schlafen wollen, bevor diese das erste Wort zu ihm gesagt habe. Und Maria nutzt ihre einmalige Gelegenheit.

3. Akt
Am anderen Morgen stellt Frau Reich Adelheid zur Rede. Sie kann es nicht nachvollziehen, dass die Tochter beim Maskenball ihres Bruders abwesend war. Die weiteren Gespräche handeln unter anderem von Adolf Hitler, Cäsar, Napoleon und König David, vom Zusammenhang von Heldentum und Geschichtsschreibung, vom Verhältnis von Liebe und Sex, von Adolfs vorbildlicher Zurückhaltung, sowie dessen überwundenen Erektionsstörungen. Dann betritt plötzlich Maria in Josefs Schlafanzug das Zimmer. Der Schrecken ist gewaltig, als sich herausstellt, dass Josef wohl irrtümlich mit Maria geschlafen hat.

Nachspiel
Dem verzweifelten Josef bleiben nun zwei Auswege: Mord oder Selbstmord. Vermutlich aus Bequemlichkeit entscheidet er sich schließlich für das Letztere. Da Jakob allerdings Bedenken hat, der Selbstmord seines Freundes könne seinem eigenen Ruf schaden, wird man sich einig, dass dieser Selbstmord – in Orientierung an Jesus Christus – als Opfer für die Menschheit zu inszenieren ist.

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