yolo4
Kindertheater / Jugendtheater, Theater / Drama

Yolo! Du lebst nur einmal

Autor: Ramona Suresh
Besetzung: Damen 5 / Herren 4
Dauer: 30–50 Min.
UA: 2013, Spielclub am Theater der Stadt Aalen
DE: 2013, Spielclub am Theater der Stadt Aalen

Cantus Empfehlung: Ein Stück voller eigener Gedanken und Wünsche. Spielbar für Jugendliche ab 13 Jahre.

Jonas stirbt und seine Freunde machen sich daraufhin Gedanken über ihr Leben und das Altern. Wie Jonas gestorben ist, wird im Stück nicht thematisiert, stattdessen finden seine, in einem Tagebuch hinterlassenen, Gedanken Gehör. Seine Freunde, die sich getroffen haben um Ideen für eine kurze Vorführung bei Jonas Beerdigung zu besprechen, reflektieren daraufhin ihre eigenen Wünsche und Hoffnungen und äußern mutig ihre Gedanken über den Tod und das Älterwerden.

Besetzungsliste

Jonas
Kürzlich verstorben. Er wurde 16 Jahre alt. Während des Unfalls saß er mit seinem großen Bruder im Auto. Dieser liegt schwer verletzt im Krankenhaus. Er war beliebt in seiner Clique, der Schule und bei seiner nahen Verwandtschaft. Er schrieb Tagebuch. Er war in zwei Mädchen verliebt. Er hatte mehrere beste Freunde.

Paula
Jonas beste Freundin seit dem Kindergarten. 15 Jahre alt. Sie hat einen offenen als auch verträumten Blick auf das Leben. Ihre Familie und Freunde sind ihr sehr wichtig. Heimatbezogen, streitschlichtend, selbstbewusst. Versteht sich mit Mädchen und Jungs gut.

Dario
Jonas bester Freund, denkt er. 14 Jahre alt. Fantasievoll, lustig, steht gerne im Mittelpunkt.

Caro
Teil der Clique. 15 Jahre alt. Sie ist verliebt in Jonas und hatte eine Affäre mit ihm. Sie trägt immer schwarz und hört Grungemusik. Selbstbewusst, streitlustig und genervt.

Gina
Jonas Exfreundin, sie ist verfeindet mit der Clique. Befreudet mit Jeanine. Verstritten mit Caro. Vielleicht noch in Jonas verliebt. 14 Jahre alt Verträumt und schüchtern.

Urim
Jonas erster Freund, denkt er. Er ist Teil der Clique und geht in Jonas Parallelklasse in der Schule. 15 Jahre alt. Etwas unsicher, er hält sich an die anderen Jungs und hat wenig mit den Mädchen zu tun.

Jeanine
Eine frühere gute Freundin von Jonas. Als Kind ist sie aus dem Ort weggezogen und kennt daher nur Paula. 14 Jahre alt. Philosophiert viel über ihr Leben. Liebevoll, leicht depressiv, selbstbewusst. Nur mit den Mädchen befreundet.

Hannah
Jonas Cousine. 13 Jahre alt. Sie kennt niemanden aus der Gruppe. Verträumt, eigenartig, etwas verrückt.

Pascal
Ein Schulfreund von Jonas. 16 Jahre alt. Unsicher, schüchtern. Nur mit den Jungs befreundet.

Leo
Ein Schulfreund von Jonas. 15 Jahre alt. Streitschlichter. Kommt mit allen klar. Jonas ist ihm sehr wichtig.

Ausführliche Synopsis

  1. Die Jugendlichen betreten die Bühne, das heißt Jonas Zimmer.
    Die Jugendlichen sind alle mit Jonas befreundet gewesen, kennen sich untereinander aber teilweise kaum. Jonas Eltern haben das Treffen organisiert, da sie meinten, dass sich ihr Sohn darüber gefreut hätte, all seine Freunde noch einmal zusammen zu bringen. Die Jugendlichen stehen im Zimmer des Toten. Sie schauen sich um. Beklemmende Situation.
    Anmerkung zum Bühnenbild: Das Bühnenbild soll lieber die Fantasie an ein buntes, volles Jugendzimmer bieten, als es realistisch darzustellen. Zum Beispiel keine Fotos an die Wände hängen oder Nippes aufstellen, wenn es nicht unbedingt sein muss, sondern lieber Bilder entstehen lassen in den Köpfen der Zuschauer.
  2. Ein Mädchen äußert ihre Vorstellung über das Leben und den Tod: Die Lebensblume. “Die Blütenblätter der Lebensblume sind ganz entfaltet wenn man 25 Jahre alt ist. Danach beginnt sie leider allmählich zu welken und am Ende stirbt die Blume und ihre Blütenblätter fallen zu Boden. So hab ichs mir früher vorgestellt. Jonas Blume ist jetzt abgerissen.”
  3. Erste scheue Erinnerungen an den Verstorbenen wegen Fotos an der Wand. Fotos aus der Grundschule und Kindheit.
  4. Das aktuelle Alter der Darsteller.
    “Trotz der üblichen Katastophen fühl ich mich eigentlich ganz gut so mit 14/15.”
  5. Jonas Beerdigung. Sein Freunde fragen sich was sie für die Totenfeier vorbereiten könnten.
  6. “Wenn das meine Beerdigung wäre…” Ein Mädchen stellt sich ihre eigene Beerdigung vor.
  7. Jonas Tagebuch wird entdeckt. Steit darüber ob man es wagen darf, die geheimen Gedanken des Toten zu lesen?
    „Vielleicht steht was über uns drin. (…) Vielleicht ist es dann so als wäre noch irgendwas von ihm da. Vielleicht können wir seine Wünsche für ihn erfüllen.”
  8. Jonas‘ Wunschliste steht im Tagebuch.
  9. Ein Liebesbrief fällt aus dem Tagebuch. Zwei Mädchen, die in Jonas verliebt waren, streiten sich.
    “Erst Schluß machen und dann wieder einschleimen. Er hat… hatte was besseres verdient. (…) Er hätte mich nie belogen. Das weiß ich.”
  10. Der letzte Eintrag im Tagebuch vor Jonas Unfall. Sie finden keinen Grund für seinen Tod. Angespannte Stimmung. Die Frage nach einer Rangliste der Beliebtheit beim Verstorbenen steht im Raum.
  11. Trauer im Alltag.
    “Jonas hat mir am Tag mindestens 50 sms geschrieben. Jonas schreibt nicht mehr. Das fällt schon auf. Ich könnte jetzt eigentlich seine Nummer löschen. Und ihn als Freund auf Facebook entfernen. (…) Wer sagt denn denen Bescheid, die noch nicht wissen dass es ihn nicht mehr gibt und die ihn dann auf facebook anchatten?”
  12. Jonas letzter Tag. Die Jugendlichen formulieren ihre Wünsche, wie der letzte Tag ihres Lebens aussehen soll. Zum Beispiel: Den Lieblingsfilm schauen. Liebe gestehen. Das Lieblingsessen zum letzten Mal genießen. Auf ein freies Feld gehen und ganz schnell rennen und schreien. Tanzen und richtig ausflippen. Noch mal richtig glücklich sein. Mich verabschieden. An mein Leben denken.
    “Was ich alles so erlebt hab und welche Menschen und Dinge mir etwas bedeuten.”
  13. Die Jungs diskutieren darüber, wer der beste Freund des Verstorbenen war.
  14. Jonas hat seinen Kumpel vor seinem Tod verarscht. Traer und Wut.
    “Jetzt ist er tot und ich kann mit ihm darüber nie wieder reden.”
  15. Mein Problem: Die Pubertät?! Ein Mädchen äußert seine Gedanken zu der Zeit, die sie gerade durchlebt.
  16. Eine Frage steht im Raum: Hat sich Jonas etwa umgebracht?
  17. Was ich alles machen will, wenn ich endlich 18 bin…
    Zum Beispiel: In einen Stripclub gehen, Lotto spielen, nicht mehr um Erlaubnis betteln, Alkohol und Zigratten kaufen, etcetera.
  18. Das erste Mal. Hat Jonas alles erleben können, was er wollte, vor seinem Tod?
  19. “Als Jonas noch da war, hatten wir so geile Abende!”Die Jugendlichen führene einen klischeehaften, spaßigen Abend vor: Bier, Fussball, Flaschendrehen.
  20. Rechnung, wie lange man schon am Leben ist. Erneute Erwähung der Lebensblume.
  21. Was ich mir wünsche, wenn ich 25 bin…
    Zum Beispiel: “Kreativ sein, unbedingt! Nicht abgestumpft, jeden Tag etwas Neues entdecken.”
  22. So stelle ich mir mein Leben mit 35 Jahren vor…
    Zum Beispiel: „Ich bin eine berühmte Schauspielerin und habe viel Geld und viele Freunde. (…) Mit 35 will ich eine eigene Familie haben. Ich lebe dann in einem großen Haus mit Garten mit meinem Mann und meinen drei gesunden Kindern.”
  23. Jugenddepression. Ein anderes Mädchen äußert seine Gedanken zu der Zeit, die sie gerade durchlebt. “Wenn du dein Bestes gibst, aber nichts klappt! “
  24. Brief an mich selbst in 20 Jahren. “Liebes 35-jähirges Ich…”
  25. So stelle ich mir mein Leben vor, wenn ich richtig alt bin…
    „Ich bin erst 14, aber ich bin ja auch schon älter geworden. Ich seh ja schon ganz anders aus als mit 5. Wie ist das erst mit 45! Oder mit 55 oder 65? Wenn mein Gesicht dann voller Falten ist!“
  26. Erneute Erwähnung von Jonas Beerdigung.
  27. Schluß des Stückes: Chor der Jugendlichen.
    „Hoffentlich vergisst man mich nie. Hoffentlich erinnert man sich später an mich. Hoffentlich erinnere ICH mich an MICH – so wie ich jetzt bin. An das Gefühl in der Zeit. Ich hoff mal, dass das alles so klappt, wie ich’s mir vorstell.“

Pressestimmen

Ob Jonas Selbstmord begangen hat oder an einer Krankheit gestorben ist, das bleibt während der 45 Minuten kurzweiligem Theater im Dunkeln. Man muss es einfach nicht wissen, weder die Freunde, die sich in seinem Zimmer treffen, um über das Leben im Allgemeinen und Jonas im Besonderen nachzudenken, noch das Publikum. Jonas ist eben einfach nicht mehr da. Nie mehr. Seine Lebenschance vertan. Bevor am Ende der Satz „Ich hoff‘ mal, dass das so klapp wie ich es mir vorstell“ echoartig im Off verklingt, gibt es vieles zu überdenken. Gemeinsam mit Schauspielerin Ramona Suresh haben Gina Fischer, Carolin Harsch, Hannah Hartmann, Urim Jusufi, Jeanine Lang, Pascal Lang, Leonhard Lechner, Dario Mirbahaeddin und Paula Rave ein ganzes Theaterstück daraus gemacht.

„Wenn das mein letzter Tag wäre“, überlegen sich die Teenager in Gedanken an ihren verstorbenen Freund. Was wäre dann wichtig? Sich verabschieden von allen Freunden? Den Lieblingsfilm anschauen? Tanzen bis in den Tod? In flottem Wechsel spielen sich die Jugendlichen die Bälle zu, Persepktiven Wechsel machen das Stück spannend und interessant, und es fehlt – bei allem gebotenen Ernst für das Thema – auch nicht ie amüsante Komponente. „Jonas hatte doch auch keine anderen Problem als ich, die immer um Bio, Mathe, Pickel und meine Eltern kreisen“, kommt da heraus und auch mit Sarkasmus geschmückt die Frage „Was passiert eigentlich mit Jonas Facebook-Profil?“. Im Sammelsurium der Gedanken, der ausgesprochenen und unausgesprochenen, leisten die Jungs und Mädchen ein Stück Trauerarbeit. Es ist der Versuch, mit dem Tod umgehen zu können und dem eigenen Leben einen tieferen Sinn zu geben. Da gibt man sich eben nicht zufrieden mit einem „Standardleben“ und mit „Standardgedanken“. Dafür steht Yolo einfach nicht. Schön ist, dass nach rasanten Gedanken unter den Jugendlichen, nach showreifen Tanzeinlagen und heißen Ritten auf schnellen Maschinen noch irgendwann klar wird, dass das Leben nicht mit 25 aufhört. Auch wenn da die biologische Uhr schon rückwärtsgeht. Deshalb schreibt ein Mädchen einen Brief an „,ein 35-jähriges Ich“. Da wird es all den Ü40 Zuschauern schon wohler. Eines wird deutlich: Yolo geht alle an: Den Teenager, den Twen, den Mittdreißiger und den Lebenserfahrenen. (…)

Schwäbische Post am 07.05.2014 von Sibylle Schwenk

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