zwei_sind_einer_zu_viel
Komödie / Sketche

Zwei sind einer zu viel

Zweiaktige Komödie

Autor: Fred Marz
Besetzung: Damen 1 / Herren 6
Dauer: abendfüllend

Cantus Empfehlung: Dieses Stück zeichnet sich besonders durch seine Skurrilität und den Wortwitz aus. Hervorragend für Amateurbühne geeignet. Der aufmerksame Zuschauer wird darin einen Teil der Personals der Comedia dell'arte wiederfinden, versetzt in das Hier und Heute.
Gleichzeitig ist ihr Humor nicht nur reiner Selbstzweck, sondern dient in seiner schwankhaften Überzeichnung von Personen und Situationen dazu, zeit- und sozialkritische Anmerkungen, ohne erhobenen Zeigefinger, vielmehr auf amüsante Art und Weise nahezubringen, in der Hoffnung, dass diese Kritik beim Publikum nachwirken möge.

Der Vorsitzende einer rechtsgerichteten Partei will diese mit allen Mitteln nach vorne pushen. Dabei schreckt er auch vor ungesetzlichen Aktionen nicht zurück. Ausgerechnet ein Farbiger überzeugt ihn von einem Kurswechsel, um bei den anstehenden Wahlen besser abzuschneiden.
Zuvor möchte er aber seinen Stellvertreter, der ihm zu beliebt und einflussreich geworden ist, kaltstellen. Mittels einer List gelingt ihm dies. In einer Kurzschlussreaktion erschießt sich der Stellvertreter, weil er nicht mir der Zurücksetzung fertig wird.
Bei einer Pressekonferenz, nach der groß aufgezogenen Beerdigung, werden die neue Politik und der Farbige als neuer Stellvertreter präsentiert.
Nachdem ihm seine Geliebte gestanden hat, dass sie ein Baby erwartet, macht er ihr spontan einen Heiratsantrag. Privat und beruflich scheint alles in bester Ordnung.
Im letzten Bild erfahren wir jedoch, dass es anders gekommen ist. Die Partei ist gescheitert und hat sich aufgelöst. Nur der Vorsitzende ist gut dabei weggekommen. Er kann sich mit Frau und Kind auf den Kaimaninseln als Honorarkonsul über wenig Arbeit, gutes Einkommen und schönes Wetter freuen.

Besetzungsliste

Besetzung kann an das Theater-Profil angepasst werden, Herrenrollen können auch mit Damen besetzt werden.

  • Lindner ist ein vielschichtiger Charakter (daher eine „Bombenrolle“ für einen Charakterschauspieler). Er hat sowohl sympathische als auch abstoßende Züge, so dass der Zuschauer es nicht leicht hat, sich mit ihm zu identifizieren, was die Rolle umso interessanter macht. Da er ein schwaches Selbstbewusstsein hat, beherrscht ihn Misstrauen. Auch ein starker Hang zum Größenwahn ist ihm eigen. Doch hat er auch ein soziales Gewissen und kennt Fürsorge.
  • Evi ist eine toughe Frau mit einem etwas naiven Mutterwitz. Eine voll und ganz sympathische Figur. Zwar liebt sie den Luxus, könnte sich aber auch vorstellen, darauf zu verzichten, wenn es sein muss. Hauptsache sie ist mit Lindner zusammen, den sie echt liebt. Immer wieder versucht sie, ihn mit weiblicher List auf die richtige Spur zu bringen. Leider sind beide nicht ganz frei von Vorurteilen (wer nicht?)
  • Rattenbacher ist dem „Chef“ rückhaltlos und treu ergeben. Er würde für ihn durchs Feuer gehen. Er empfindet tiefe, neidlose Bewunderung für Lindner. Selbst zu ungesetzlichen Aktionen ist er bereit, wenn es seinem Vorbild nutzt.
  • Von Huber wird mehr geredet, als dass er in Persona auftritt. Eine Szene ist ihm dafür in Natura vorbehalten. Dabei gibt es widersprüchliche Aussagen über ihn. Bei seinem Auftritt lernt man ihn als eher zurückhaltenden, aber beflissenen Politiker und Menschen kennen, dem ebenfalls der Erfolg der Partei über Alles geht. Als er erlebt, dass Lindner ihn kaltstellt, verzweifelt er und erschießt sich in einer Kurzschlusshandlung.
  • Mubele ist eine Person, die ebenfalls dem Erfolgt alles unterordnet. Er setzt Karriere und Ruf aufs Spiel, um an der Seite Lindners aufzusteigen. Dabei schreckt er nicht vor mafiaähnlichen Maßnahmen zurück, um Parteimitglieder gefügig zu machen.
  • Die beiden dubiosen Figuren Prof. Kotzfleisch und Dr. Wehlig sind als typische Mitläufer gezeichnet, die vom sich vermeintlich abzeichnenden Erfolg Lindners profitieren wollen. Anstatt diesen in seinem übersteigerten Geltungstrieb zu bremsen, fördern sie ihn noch aus Eigennutz.

Ausführliche Synopsis

Der Vorsitzende einer gemäßigt nationalistischen Partei residiert in der Zentrale wie ein absoluter Herrscher.

Dabei liegt die Partei noch unter der 1% Marke in der Wählergunst. Er flüchtet sich in die Vorstellung, dass sie demnächst zu den erfolgreichen, etablierten Parteien zählen werden. Davon versucht er auch seine Umgebung zu überzeugen. Seine Geliebte Evi nimmt ihn nicht ganz ernst. Sie sieht in seinem Verdacht, dass sein Stellvertreter gegen ihn integriert, reine Eifersucht. Doch je mehr sie ihn auf den Boden der Tatsachen zurückzuholen versucht, desto mehr steigert er sich in eine Art Verfolgungswahn. Es gelingt ihm schließlich, seinen Stellvertreter Huber auszubooten. Dieser sieht keinen anderen Ausweg mehr und erschießt sich aus Verzweiflung.

Ein Farbiger taucht auf und überzeugt Lindner davon, seine Rassenpolitik aufzugeben, um dadurch mehr Wählerstimmen bei den anstehenden Wahlen zu erhalten. Mit mafiaähnlichen Methoden sollen die sich sträubenden Delegierten des kommenden Parteitages auf diese Linie eingeschworen werden.

Zwei Nebenfiguren bringen schwankhafte Episoden in das Stück. Sie wollen beide von dem vermeintlich sich abzeichnenden Erfolg Lindners profitieren.

Hubers Beerdigung nutzt Lindner zu einem großen Auftritt, bei der er eine scheinheilige Trauerrede hinlegt. Bei der anschließenden eilig einberufenen Pressekonferenz wird der Farbige Mubele als neuer zweiter Mann an Lindners Seite vorgestellt. Beide nutzen die Gelegenheit und bringen mit Witz und Charme die Medien auf ihre Seite.
Zu allem Überfluss erfährt Lindner anschließend von Evi, dass er Vater wird. So scheint das Glück vollkommen.
Doch im letzten Bild erfahren wir, dass alles ganz anders gekommen ist. Es ist ca. 1 Jahr später. Parteisekretär Rattenbacher muss jetzt als Bettler sein Brot verdienen. Mubele wurde zusammengeschlagen und kann seine Lehrtätigkeit nicht mehr ausüben.

Lindner dagegen hat Glück gehabt und hat den Zusammenbruch der Partei als Diplomat in Übersee überstanden.

Das Stück endet fröhlich mit dem Abgang Lindners, Evis und Rattenbachers zum gemeinsamen Mittagessen in den Ratsstuben.

Kennen Sie schon diese Stücke?

Frohe Weihnachten, Miss Carey Urheber Lars Lienen Romantische Weihnachtskomödie

Frohe Weihnachten, Miss Carey!


igor

Igor – der bekannte Unbekannte


verflixtes-testament_71225843

Das verflixte Testament


© Birgit Baltzer - Der Geräuschlose | Cantus Theaterverlag

Der Geräuschlose