Lust - Eine lächerliche Tragödie | Cantus Theaterverlag
Histotainment, Theater / Drama

Lust

Eine lächerliche Tragödie

Autor: Peter Ruhr
Dauer: abendfüllend

Cantus Empfehlung: Bei dem Stück handelt es sich um eine nicht eben häufige Mischung zwischen Tragödie und Komödie. In einer mit Krimskrams vollgestellten Villa am Gardasee erleben wir, wie sich alles ändert, zwischen Mann und Frau, zwischen gestern und heute. Ausgelöst durch einen neuen Nachbarn erleben wir, was es heißt, einst ruhmreich gewesen zu sein und dann aber vergessen. Träume waren gelebt sind dann vergangen. Sie werden nicht wiederkommen.

Vor dem Hintergrund des vorfaschistischen Italien erleben wir den Geschlechterkampf des Volkstribuns und Großdichters d’Annunzio mit seiner Muse Duse, die, mit ihm in einer Villa am Gardasee lebend, sich im Laufe des Stückes von ihrem Geliebten emanzipiert.  Noch aber hat er einen Traum. Er will noch einmal an seine große Zeit anknüpfen, da er italienischer Großdichter und Kriegsheld in einem war.  Da taucht ein junger Poet und Sängers namens Andre Heller auf, der ein Grundstück in der Nachbarschaft erworben hat und jetzt ins Marketing einsteigt. Man braucht sich. Zwei Traumtänzer. Bis zum bittersüßen Ende. Bis es einen Knall gibt.

Besetzung/Rollen/Charakter

  • Gabriele d’Annunzio, Dichterfürst, zeitweiliger Politiker, Pilot
  • Eleonore Duse, Tänzerin, Schauspielerin, seine Muse
  • Magdalena, Köchin, Heilkundige
  • Raffaele, Hausverwalter
  • Umberto, Flieger, Kriegskamerad

Alternierend treten auf: Duse / Magdalena & Raffaele / Umberto

Aus dem Off: Duce / Sargträger 1 & 2 / Amelie Mazoyer

Ausführliche Synopsis

Italien, ca um 1920.

In seiner düsteren Villa am Gardasee sitzt der gefeierte Dichter und Volkstribun Daniele d’Annunzio. Seine große politische Zeit liegt bereits ein paar Jahre zurück. Damals hatte er in einem waghalsigen fliegerischen Kommandounternehmen über Wien Flugblätter abgeworfen. Später dann hatte er mit ihm ergebenen Truppen handstreichartig die istrische Stadt Fiume besetzt und sie für den italienischen Staat reklamiert; der Versailler Vertrag war in   diesem Punkt indifferent geblieben.

Nachdem sein Mitstreiter und Bruder im Geiste Benito Mussolini nun fürchten muss, dass ihm d’Annunzio als Liebling der faschistoisierten Massen den Rang abzulaufen droht, beendete er die angehende politische Karriere seines möglichen Konkurrenten und ermöglicht ihm ein luxuriöses Leben in seiner Villa am Gardasee. Er schiebt ihn ab. Der Kontakt aber reißt nie ganz ab. Immer wieder telefoniert man mit dem neuen Kommunikationsmittel Telefonapparat.

Der Kriegsheld ist jetzt am Gardasee kalt gestellt. Bei ihm geblieben sind nur noch sein Diener, eine Köchin, der Fliegerkamerad und seine ‘Lebensfrau’, die Duse, die über all die Jahre trotz seiner Eskapaden treu zu ihm gestanden hatte.

Trotzdem träumt er nach wie vor davon, mit einem erneuten Flug nach Wien an die alten, heroischen  Zeiten anknüpfen zu können. Sein Fliegerkamerad rät dringend davon ab; man solle das Glück nicht ein zweites Mal herausfordern. Da naht die mögliche Rettung. Der Besitzer des Nachbargrundstücks lässt sich anmelden. Er nennt sich Andre Heller. Auch ihn treibt ein tiefer Hass auf Wien. So glaubt d’Annunzio auf dessen Ortskenntnis hoffen zu dürfen, wenn es gilt, noch einmal Wien bombardieren zu können. Heller wiederum erhofft sich von ihm Hilfe bei einem Marketingevent, in dessen Verlauf er seinen Auftraggebern versprochen hat, mit den beiden Kanonen des auf dem Nachbargrundstück halb eingegrabenen Kriegsschiffes Salut zu schießen zu können.

So der Plan der beiden. Man braucht sich gegenseitig. Doch geht es d’Annunzio zunehmend schlechter. Das liegt zum einen an seinem Gesundheitszustand. Jahrelanger Drogenkonsum hat seinen Körper geschwächt. Hinzukommen jetzt die Folgen seines zügellos erotischen Lebens. Zudem hat er auch noch einen Sturz vom Geschützrohr zu verkraften, auf das er gestiegen war, um seinen neuen Nachbar zu beeindrucken.

Das Schlimmste aber ist, dass sich ihm nun aber auch noch seine Lebenspartnerin, die Duse, entfremdet. Nach jahrelangem Ertragen seiner Liebesabenteuer reicht es ihr endlich. Als sich herausstellt, dass er den ihr vormals geschenkten Ring einer neuen Geliebten – ‘Lampicka’ – vermacht hat, ist die Geduld der treuen Duse zu Ende. Sie rechnet mit ihm und ihrer beiden Leben bitter ab. So ist sie am Ende hin und her gerissen zwischen alter Verbundenheit und lang aufgestauter Wut.

Dem Tod nahe deklamiert d’Annunzio ein Gedicht von Ferdinand Freiligrath, mit dem er sie am Ende seines Lebens um Verzeihung bittet. Während draußen über dem See die Schüsse für den Event fallen, stirbt d’Annunzio in den Armen der Duse.

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