Auf Knall und Fall | Cantus Theaterverlag
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Auf Knall und Fall – Hoffmanns Erzählungen vom Unwesen

Ein Mirakel & Spektakel in zwei Akten mit einem Vor-, Zwischen- und Nachspiel neu erzählt und in Szene gesetzt nach dem romantischen Nachtstück „Der Sandmann“ von E. T. A. Hoffmann

Autor: Erwin Isenberg
Musik: Gabriel Isenberg
Besetzung: Damen 3 / Herren 4
Dauer: abendfüllend

In der Euphorie der Aufklärung und im Geist des Fortschrittsoptimismus‘ jener Zeit wünschte sich anfangs mancher, wenn es denn möglich wäre, den Menschen, gar einen besseren, selbst zu machen. Doch ist es überhaupt, nur weil‘s beliebt, auch schon erlaubt?

Dass es ein Unwesen mit den selbstgeschaffenen Unwesen ist, zeigen die Ereignisse in dem Mirakel & Spektakel nach „Hoffmanns Erzählungen“, wenn das sinnenlose Monster, der vermeintliche Übermensch aus der Retorte, und Professor Spallanzanis vorgebliche Tochter Olympia als automatisiertes Menschenimitat „Auf Knall und Fall“ scheitern. Gut so! Naiv und lachhaft. Jedoch versöhnlich im Hinblick auf das Sein, so wie wir sind.

Besetzung/Rollen/Charakter

Rollen:

  • 1. Dr. Hoffmann: Nathánaël (als junger Mann)
  • 2. Apotheker Hoffmann: Professor Spallanzani
  • 3. Coppélius: Cóppola
  • 4. Náthalie: Olympia
  • 5. Schwester Dolóres: Mutter
  • 6. Faktotum, gen. „Cochenille“: Nonne (im Habit mit Haube und Schleier)
  • 7. Vinzenz: Nathánaël (noch als Kind)

Nebenrollen (ab II. Akt)  => Statisterie (im Zwischenspiel):

  • gnädige Frau => „gepunktete“ Madame (mit Stielmaske) und OP-Schwester (mit Mundschutz und Haube)
  • andere gnädige Frau  (siehe 5.) => Muslima
  • Student => Motorradfahrer (mit Helm und getöntem Visier) und Ritter (in voller Rüstung)
  • anderer Student => Gesuchter (mit Strumpfmaske)

Besetzung:

  • Damen/Anzahl: 3* + 1 Nebenrolle  (* = Darunter ggf. eine Jungschauspielerin in einer Knabenrolle.)
  • Herren/Anzahl: 4  + 2 Nebenrollen

Orchestrierung:

Instrumental-Ensemble: Querflöte / Saxophon / Klavier / Kontrabass / Schlagzeug

Bühnenbild/Inszenierung

  • Vorspiel: Krankenhausbett an der Seitenbühne.
  • Instrumentalgruppe auf der anderen Bühnenseite.

  • Auf der Bühnenmitte zwei Etagen.
  • In der Szenenfolge wiederholter Wechsel zwischen der unteren und oberen Ebene. Zwischen diesen beiden Spielbereichen Aufgang über eine Wendeltreppe.
  • Oben im ersten Akt Apotheker Hoffmanns geheimes Chemielabor, unten Schlafzimmer der Kinder.
  • Im ersten Akt jeweils eine Klappe zum etagenverbindenden Schornstein. Darin ist ein Aufstieg nach oben möglich.

  • Der etagenartige Bühnenaufbau verbleibt während des gesamten Stücks, nur im zweiten Akt ist ein zunächst verdeckendes Fassadenteil nach außen zu verschieben.
  • Obere Fenster der verschiebbaren Fassadenhälfte als Projektionsfläche für große Augen.

  • Im zweiten Akt wird vor die obere Ebene eine Balustrade gesetzt. An der nun frei sichtbaren Wendeltreppe befindet sich oben an der Mittelsäule ein Schwenkarm, von dem ein Sitzkorb durch eine Seilwinde nach unten herabgelassen werden kann.
  • Lebensgroße Puppe (Olympia), in Einzelteile zerlegbar.
  • Im Nachspiel: Eine Bodenöffnung mit Klappe.

  • Videoprojektionen (von hinten auf die oberen Fassadenfenster) – akustische Effekte – Donner – Blitz – stroboskopisches Flackern unter dem Tutu – Nebelmaschine und Pyrotechnik.
  • Der Koloraturgesang der Olympia wird von einer Querflöte übernommen, d. h. die Schauspielerin hat nur zu sprechen.

Ausführliche Synopsis

Im Vorspiel sieht sich der Stationsarzt Dr. Nathanael Hoffmann genötigt, einem kleinen Patienten, der nicht einschlafen kann, eine Gute-Nacht-Geschichte zu erzählen. Ihm fällt eine Geschichte ein, die ihm von seinen Voreltern überliefert wurde. Ob es aber  eine „gute“ Gute-Nacht-Geschichte ist?

1. Akt:

Sie handelt von dem Haus des Apothekers Nathanael Hoffmann. Auch dessen Kinder sollten damals zu Bett gehen. Man hatte ihnen erzählt, dass der Sandmann, wenn die Kinder nicht schlafen wollten, ihnen so viel Sand in die Augen streue, dass sie ihnen, wund gerieben, zum Kopf heraus springen. In einen Sack gesammelt, bringe er sie hinauf zum Mond. Dort sitzen seine eigenen Kinder, denen es an Augen fehle. Aber kaum, dass er ihnen die geraubten Augen eingefügt habe, kämen in der Nacht die Eulen und pickten sie mit ihren krummen Schnäbeln wieder heraus. Wie soll man da noch einschlafen?

In der Tat, immer wenn es Nacht wurde, kam auch bei ihnen ein fremder Gast ins Haus. Die Kinder wissen, das Zimmer über ihrem Schlafzimmer hält ihr Vater stets abgeschlossen. Nur der Fremde darf hinein. Ein Labor, in dem die beiden heimlich Experimente machen. Die beiden „Kollaborateure“ nehmen dies und das, was sich unter elektrischer Aufladung belebt. Schließlich entsteht ein „sinnenloser“ Wurm, dem es vor allem an Augen fehlt (!). Er schwillt zu einem Monstrum an. Es kommt zur Explosion. Nur der Fremde, ein Herr Coppelius, der funkensprühend das Haus verlässt, hat überlebt.

Zwischenspiel:

Was macht ein Wesen ohne seine Augen aus? Das zeigt sich exemplarisch an Nobodies.

2. Akt:

Das Haus des Apothekers wird von einem Professor Spallanzani, einem Physiker, erworben und saniert. Jahre später steht der Sohn des Apothekers wieder vor seinem ehemals elterlichen Haus. Am Fenster erahnt er in Umrissen ein weibliches Wesen. Der Brillenhändler Coppola, dem er begegnet ist, hat ihm ein Perspektiv verkauft, mit dem er das geheimnisvolle Wesen nun zu erkennen glaubt. Es handelt sich um „Olympia“, die vorgebliche Tochter des Physikers. Er verliebt sich in sie, da er sich durch die Optik täuschen lässt, während die übrigen geladenen Gäste bald erkennen, dass „Olympia“ nur ein Automat, ein Menschenimitat ist. Coppola, der Spallanzani die Augen, das Letzte, was der Puppe noch fehlte, besorgt hatte, bemerkt, dass der Scheck, den er vom Professor erhielt, nicht gedeckt war. In seiner Wut zerstört er „Olympia“ und letzthin auch die Illusion, der sich der junge Nathanael hingegeben hatte. Wiedermal war es Einbildung, die Macht über ihn gewonnen hatte.

Nachspiel:

Die falschen Augen, wie auch dieses Unwesen, sind entlarvt und werden zerstört. Coppola, verdächtig namensverwandt mit Coppelius, verschwindet in der Versenkung. „Auf Knall und Fall“.

Hörprobe

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