Vivien im Glück | ©Enrique Meseguer /Pixabay | Cantus Theaterverlag
Kindertheater / Jugendtheater, Märchen

Vivien im Glück

Autor: Christine Bretz
Besetzung: Damen 9
Dauer: 30–50 Min.

Cantus Empfehlung: Das Stück ist gemeinsam mit Kindern entstanden und bewegt sich dadurch nah an deren Themen. In seiner Kürze als reines Theaterstück ist es problemlos mit Kindern zu inszenieren, kann aber durch die offen gehaltenen Passagen auch verlängert – und zum Musiktheater umgestaltet werden. Dadurch bietet es innerhalb einer festgelegten Handlung viel Raum zu eigener Kreativität der Theatergruppe.

Die Vorstellungsrunde, sowie die Spiele im Spiel, in denen die Gespräche immer wieder münden, können von den Darsteller*innen und/oder der Regie durch Improvisation frei gestaltet werden. An bestimmten Stellen ist es möglich, passende und frei gewählte Musik mit oder ohne Gesang der Protagonisten zum Einsatz zu bringen.

Es ist ein Theaterstück für Kinder, mit Kindern auf der Bühne und einer Botschaft an Kinder und an Erwachsene. Die Komik und der Anspruch des Schauspiels entstehen durch die lustigen Missverständnisse der sehr lebendigen Figuren, die in ihren Gesprächen auf kindliche Art das Thema „Glück“ beleuchten und damit eine gute Basis liefern für philosophische Fragen, die im Spiel beantwortet werden können.

Kurzbeschreibung

Vivien, das Mädchen mit dem Zauberhaar hat ihre Freunde zu sich eingeladen, weil sie deren Hilfe benötigt, denn sie wird von den Menschenkindern verfolgt. Diese haben herausgefunden, dass Viviens Haar glücklich machen kann und wollen es wegen seiner Zauberwirkung für sich. Sie wissen nicht, dass Viviens Glück dabei in ihrer Erinnerung an ihren Opa liegt, der ihre Haare verzaubert hat.
Vivien hofft, den Menschen mithilfe ihrer Freunde den Ursprung von Glück zeigen zu können.
Sie selbst und die lebensfrohen, geladenen Gäste entspringen alle der Phantasiewelt und sind geprägt von einer sorglosen Leichtigkeit des Seins. Alle leben für den Augenblick und sind sehr spontan. Während sie gemeinsam einen Plan schmieden, entsteht ein bunter Reigen aus lustigen Missverständnissen.

Besetzung/Rollen/Charakter

  • Vivien, das Mädchen mit dem Zauberhaar
  • Cathy, das fliegende Mädchen mit einem Vogel
  • Sunny, das Mädchen, das Gedanken lesen kann
  • Pimpinella Philomena Petersilie Seestern (genannt Nella), die Meerjungfrau
  • Lilli, die wilde Hexe
  • Lina, ein Geist; wohnhaft im Getränkeautomaten einer Schule
  • Melina, die quirlige Fee
  • Zuckerfee, die ihr Einhorn liebt und ihr Zuckerschloss isst
  • Mia, das verwandlungsfähige Zauberwesen

Bühnenbild/Inszenierung

Bühnenbild:

  • Viviens Zuhause „Zur lachenden Linde“
  • Standort des Getränkeautomaten in der Schule (kann durch Lichtwechsel angedeutet werden)
  • Schule allgemein (kann durch Lichtwechsel angedeutet werden)
  • Orchester und Chor möglich aber nicht nötig

Besetzung:

  • Damen/Anzahl: 9
  • Herren/Anzahl: fast alle Rollen (ausgenommen Vivien) können auch von Jungen gespielt werden, benötigen dann andere Namen.

Dauer: 30 Minuten und länger

Spielbar ab: 7 Jahre

Ausführliche Synopsis

Das Stück beginnt damit, dass alle eingeladenen Gäste bei Vivien auf der Wiese „Zur lachenden Linde“ eingetroffen sind und Vivien ihnen erklärt, warum sie ihre Hilfe benötigt.

Es folgt eine lebhafte Unterhaltung aus Missverständnissen und Überlegungen, wie man die Menschen von Viviens Anliegen überzeugen könnte. Dabei geht jedes der Wesen auf seine ganz eigene Weise mit der Situation um: Nella, die Meerjungfrau blubbert stark in ihre Flasche, weil sie nur so an Land atmen kann und unter Stress blubbert sie vermehrt. Lilli, die wilde Hexe wird sauer und schlägt wiederholt vor, die Menschen alle in Kartoffelbrei zu verwandeln. Cathy, die Vernünftige unter ihnen mahnt zur Ordnung und plädiert dafür, zuzuhören. Die Zuckerfee hört aber nicht zu und hat Angst, die Menschen könnten ihr Einhorn klauen. Sunny, das Mädchen, das Gedanken lesen kann, versucht, im allgemeinen Sprachgewirr Gedanken zu erkennen. Lina, das Mädchen, aus dem Getränkeautomaten weiß viel aus dem Schulleben zu berichten, da ihr Automat seinen Standort in einer Schule hat.

Es stellt sich heraus, dass Vivien auch die Menschen, nämlich das Publikum eingeladen hat, damit diese die Phantasiewesen kennen lernen – und sich von deren Frohsinn anstecken lassen können, wenn sie erfahren, was deren Glücklichsein ausmacht. Sie hofft, dass die Jagd auf ihre Haare ein Ende hat, wenn die Menschen begreifen, dass der Kern des Glücks in jedem selbst liegt. Damit die ZuschauerInnen die Wesen kennenlernen können, fordert Vivien ihre Freunde auf, auf die Bühne zu gehen, sich vorzustellen und vor allem davon zu erzählen, was Glück für jede Einzelne von ihnen bedeutet.

Die Wesen schlüpfen während ihrer Erzählungen auch immer wieder kurzerhand in die Rollen der Figuren, von denen die Rede ist. So zum Beispiel in die Rollen von Lehrer*innen, Schüler*innen und Eltern. Dabei zeigt sich, dass die Schule nicht unbedingt das Glück fördert, sodass die Kinder eine Rebellion starten. Dabei ist nicht klar, ob es die Wesen sind, die protestieren oder deren Rollen, in die sie gerade geschlüpft sind oder vielleicht sogar die Schauspieler*innen selber.

Am Schluss fordern die Phantasiewesen die Menschen im Publikum auf, mehr auf die Talente ihrer Kinder zu vertrauen und an sie zu glauben, weil dort der Ursprung des Glücks liegt. Und nicht in der Anhäufung von Besitz und erst recht nicht im Besitz von Viviens Zauberhaaren.

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