Zeit für Shakespeare | ©WikiImages/Pixabay | Cantus Theaterverlag
Freilichttheater, Histotainment, Kindertheater / Jugendtheater, Theater / Drama

Zeit für Shakespeare

Autor: Christine Bretz
Orchestrierung: keine
Besetzung: Damen 16 / Herren 4
Dauer: 30–50 Min.
UA: 20.06. 2015, Kulturwerkstatt 32
DE: 20.06. 2015, Kulturwerkstatt 32
Spielbar ab: 16–18 Jahre

Cantus Empfehlung: Mit Passagen aus Shakespeare-Stücken, die nahtlos überwiegend in Reimform mit dem Text im Ganzen verschmelzen, nimmt sich das Stück Zeit für Shakespeare und gibt einen aktuellen, unterhaltsamen Einblick in altbekannte Stücke. Dabei führen die drei Hexen in ihrem Kampf gegen die personifizierte Zeit rasant durch das Stück und machen es, trotz der ernsten Themen zu einer Komödie. Sie klären das Publikum innerhalb ihrer skurril witzigen Gesprächen und wirren Vorhaben über Inhalte und Zusammenhänge der Shakespeare-Werke auf und setzen neue Akzente in einer eigenen Handlung. Die eingefügten und zum Teil verfremdeten Szenen aus Shakespeare-Stücken werden in die Handlung einbezogen und miteinander in Bezug gesetzt.

Dadurch lernt das Publikum Shakespeare kennen oder erkennt die Stücke wieder, die in neuem Zusammenhang innerhalb einer übergeordneten Handlung auf die Missstände der Welt hinweisen, während das Stück auf humorvolle Art zu Eigenverantwortung aufruft.

Macbeths Hexen treiben ihr Unwesen, freuen sich über jede Schandtat, die sie vollbringen können und um jedes Unglück, das geschieht. Ihr Begriff vom Guten ist verdreht, denn das Böse ist für sie schön. Sie lieben es, wenn Gerüchte in die Welt gesetzt werden und Angst die Menschen zu Aufrüstung und Abwehr treibt. Sie freuen sich über Kriege und Verzweiflung und obwohl sie immer wieder düstere Szenen heraufbeschwören, fühlen sie sich nicht verantwortlich. Die personifizierte und vergehende Zeit kämpft gegen die Hexen und das, scheinbar von ihnen verursachte Leid an und schließlich stellt sich heraus, dass nur die Menschen selbst alles zum Guten wenden können. Nämlich dann, wenn sie es zulassen, dass durch Lachen, Liebe und Poesie die Hexen verstummen und wieder Wärme einkehrt an die Orte, wo Tyrannen Willkür walten lassen.

Besetzung/Rollen/Charakter

Besetzung:

  • Damen/Anzahl: 16 (die Darstellerinnen können mehrere Rollen übernehmen)
  • Herren/Anzahl: 4 (3 Rollen können auch weiblich besetzt werden)

Rollen:

  • Die Zeit
  • Erste Hexe (Wirtschaft)
  • Zweite Hexe (Fanatismus)
  • Dritte Hexe (Das Gerücht)
  • Macbeths Gewissen/Angst
  • Lady Macbeth
  • Ophelia
  • Königin
  • Politikerin
  • Zuschauerin
  • Katharina, eine Journalistin
  • Petruchia, eine Journalistin
  • Diener 1
  • Diener 2
  • Mrs. Ford
  • Mrs. Page
  • Mrs. Thumbton
  • Mrs. Porrige
  • Robin
  • Falstaff

Dauer: ca. 50 Minuten

Spielbar ab: 16 Jahre

Bühnenbild/Inszenierung

Thronsaal (Thron mit Treppe)

Ausführliche Synopsis

Während sich die drei Hexen am Schlechten erfreuen und ihr Blickwinkel das Böse als schön erachtet, versucht die personifizierte Zeit, Böses zu verhindern und die Hexen davon zu überzeugen, dass deren Blickwinkel falsch ist.

Die Hexen rufen Geschehnisse auf, an denen sie sich erfreuen können: Sie genießen Ophelias Verzweiflung und Lady Macbeths Wahn und sind stolz darauf, das Weltgeschehen in Richtung ihres Schönheitsbegriffs zu lenken: „Gut ist hässlich, hässlich schön.“ Dabei weisen sie jede Verantwortung von sich, weil sie der Meinung sind, dass die Menschen sie zu denen machen, die sie sind.

Sie werfen einen Blick auf Macbeth und sein Gewissen vor dem Königsmord und laben sich an Hamlets Trauer. Als Politikerin hält die erste Hexe eine Rede für den Frieden, die sich als getarnter Aufruf zum Krieg aus wirtschaftlichen Gründen entpuppt. Eine Zuschauerin bringt sie mit bohrenden Fragen über die Ehre aus dem Konzept.

Die Zeit versucht die Hexen immer zu enttarnen und sie mit Argumenten zu vertreiben, was ihr nicht gelingt. Sie ist der Überzeugung, dass die Hexen es sind, die das Unglück über die Welt bringen. Diese jedoch sind der Meinung, dass nur das Böse in den Menschen das Vorhandensein der Hexen überhaupt möglich macht.

Ein vorläufiger Ausweg aus der Welt des Unglücks scheint Humor zu sein, der sich in Form von zwei Journalistinnen zeigt, die das Theaterstück als ein solches kennzeichnen und mit deren Anwesenheit die vierte Wand durchbrochen wird. Sie sitzen mit Stift und Schreibblock im Publikum und sollen über das Geschehen berichten. Just nachdem die Zeit auf dem Schlachtfeld verzweifelt ausruft „Bring sie wieder zum Lachen“, wird der Focus auf die beiden Frauen im Publikum gelenkt, die sich offensichtlich mit dem Mond Ablenkung von all dem Schrecklichen verschaffen müssen. Sie streiten darüber, ob das, was sie sehen und was offensichtlich ein Scheinwerfer ist, der Mond oder die Sonne sei und ob die Lerche oder die Nachtigall gesungen habe. Später kündigen sie die letzte Szene an, die auch von Humor geprägt ist: Falstaff wird ein Schnippchen geschlagen.

Letztendlich wird klar, dass sich nur durch die Achtung vor dem Leben selbst alles zum Guten wenden – der verkorkste Schönheitsbegriff der Hexen aufgehoben werden – und die Zeit ihren Kampf gewinnen kann. Und natürlich dadurch, dass im Theater unbeschwert gelacht werden darf.

Presse

In Bretz` Stück bekamen die Zuschauer ein Potpourri aus feinstem Theaterstoff geboten, gewürzt mit spannenden Szenen aus acht Shakespeare Stücken und Texten der Regisseurin. (…)

Bretz wählt ihre Sprache so klug, dass es schwer fällt, zwischen dem Shakespeare Originaltext und Bretz` Überarbeitung zu unterscheiden. (…)

Komisch, politisch, ernst, nachdenklich und kurios.

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