Ein Münchner im Himmel – o'zapft in excelsis | ©Gerhard/Pixabay | Cantus Theaterverlag
Dialektfassung, Familienmusical, Histotainment, Komödie / Sketche, Musical / Musiktheater

Ein Münchner im Himmel – o`zapft in excelsis

Autor: Martin Birnbaum
Orchestrierung: Playback
Besetzung: Damen 1 / Herren 3
Dauer: 60–80 Min.
Spielbar ab: 8–10 Jahre

Cantus Empfehlung: 4 Schauspieler/innen in 17 Rollen, „Ein Münchner im Himmel - o`zapft in excelsis“ ist ein temporeiches, turbulentes Stück mit Musik, bayerisch und modern zugleich ist. Das Stück, nach der Vorlage von Ludwig Thoma konzipiert, lebt von der Spielfreude der Schauspieler, die sich auf der Bühne richtig austoben dürfen. Mit einfachen Mitteln bezogen auf das Bühnenbild und die Kostüme, wird der Zuschauer mit viel Kreativität, Humor, eingängigen Melodien und einer Brise bayerischer Grantigkeit in himmlische Spähren entführt. Aufführungsorte können natürlich ein Theater sein, aber auch ein Bierzelt oder Open-Air im Biergarten, beispielsweise mit einem Frühschoppen verbunden, sind denkbar. Statt Krimi-Dinner lautet dann das Motto: „Himmi-Dinner“.

Alois Hingerl, Dienstmann Nr. 172 am Münchner Hauptbahnhof, verrichtet seine Arbeit mit gewohnter Hast, als er plötzlich zu Boden fällt und stirbt. Zwei Erdenengel bringen ihn zu Petrus in den Himmel, der ihn mit der himmlischen Hausordnung vertraut macht. Leider gibt es für den „Engel Aloisius“ kein Bier im Himmel, sondern „nur“ himmlisches Manna.

Das alles beflügelt sein bayerisches Grantel-Naturell. Alois flucht so energisch, dass der liebe Gott aus seinem Mittagsschlaf erwacht. Gott hat ein Erbarmen mit dem Münchner im Himmel und schickt ihn als göttlichen Dienstboten wieder zurück auf die Erde, wo Alois als erstes seine Wirtsstube aufsucht, sich eine Maß Bier bestellt und darüber seinen göttlichen Auftrag vergisst. Er bestellt sich no a Maß und no oane, und da sitzt er heid no und die bayerische Regierung wartet auf Erleuchtung.

Besetzung/Rollen/Charakter

  • Alois Hingerl: Er arbeitet am Münchner Hauptbahnhof als Dienstmann Nr. 172. Alois ist ein typischer Münchner, der gemütlich sein kann, Humor hat, aber auch ein grantiges Naturell besitzt, welches im Himmel sehr stark zur Geltung kommt.
  • Kathi: Die Wirtin in der Stammkneipe von Alois Hingerl. Sie ist die gute Seele des Hauses, mit bayerischem Charme.
  • Gast 1: Ein regelmäßiger Gast im Wirtshaus und gut mit Gast 2 befreundet. Wenn es geht, flirtet er mit Kathi.
  • Gast 2: Noch ein regelmäßiger Gast im Wirtshaus und gut mit Gast 1 befreundet. Wenn es geht, flirtet er mit Kathi.
  • Mann an Info: Der typische Bahn-Mitarbeiter mit gebrochener englischer Aussprache.
  • Passant: Er ist in Hektik und muss dringend das Gleis finden.
  • Pfarrer: Stumme Rolle
  • Passantin: Sie hat ihr Kind im Trubel verloren und sucht es verzweifelt.
  • Bayern Fan: Ein angetrunkener FC Bayer Fan, der kurz eine Hymne anstimmt.
  • Amerikanerin: Sucht Rat bei Alois, was aber aussichtslos ist.
  • Engel 1: Ein Erdenengel, dessen Aufgabe darin besteht, die Verstorbenen in den Himmel zu transportieren. Der Engel hat ein lustiges Lachen und ist immer mit Engel 2 unterwegs, ein eingespieltes Team.
  • Engel 2: Ein Erdenengel, dessen Aufgabe darin besteht, die Verstorbenen in den Himmel zu transportieren. Er ist mit Engel 1 unterwegs und ein Zank zwischen beiden ist immer liebevoll, sie verteidigen sich gegenseitig.
  • Petrus: Er ist der Organisator im Himmel und leicht durchgeknallt. Petrus kann über sich selbst lachen und auch richtig aus sich herausgehen.
  • Rollerskaterengel: Stumme Rolle
  • Wolke: Die Wolke hat eigentlich immer gute Laune und freut sich, wenn sie gerufen wird. Nur bei Alois ist das alles anders, er ist zu schwerfällig.
  • Vergeistigter Engel:  Er frohlockt und singt den ganzen Tag Hosianna, und scheint völlig in Trance zu sein.
  • Housekeepingengel: Dieser Engel sorgt dafür, dass Gott immer gut schlafen kann. Ein fürsorglicher, pflichtbewusster Engel, der seine dunkle Seite zum Vorschein bringt und kurz zum Teufel wird.
  • Gott: Gott, ist gütig, hat Humor und findet es lustig, wie über ihn auf der Erde gedacht wird. Er kann sich gut selbst auf die Schippe nehmen.

Bühnenbild/Inszenierung

Das Bühnenbild darf ohne großen Aufwand aber kreativ gestaltet sein, nach dem Motto „Theater ist Behauptung“. Umzüge und Umbauten können z.B. gerne auf offener Bühne stattfinden, so dass das Publikum diese sehen kann. Die Umzüge müssen auch nicht kompliziert sein. Es genügt ein kleines witziges Requisit, oder ein wechsel in den Gesten, im Gang und schon ist ein neue Figur behauptet. Gerade das macht das Stück lebendig.

Besetzung:

  • Damen/Anzahl: 1, Mehrfachbesetzung möglich
  • Besetzung Herren/Anzahl: 3, Mehrfachbesetzung möglich

Dauer: ca. 75 bis 85 Minuten
Spielbar ab: 7 Jahre

Ausführliche Synopsis

Ein Münchner im Himmel –  o`zapft in excelsis – Ein Mundartmusical in himmlischer Sphäre.

Alois Hingerl, Dienstmann Nr. 172 am Münchner Hauptbahnhof, macht es sich bei einer, bzw. zwei leckeren Maß Bier in seiner Stammkneipe an seinem Stammtisch bei seiner Wirtin Kathi gemütlich. Zusammen mit den Gästen trinkt und singt er ein „Vergelt`s Gott“, um dann am nächsten Tag gut gestärkt seinen Dienst am Hauptbahnhof München zu beginnen. Eine „Maß to go“ macht ihm den Nachhauseweg leichter.

Wie immer ist es am Münchner Hauptbahnhof sehr hektisch. Der Mitarbeiter am Infoschalter hat Schwierigkeiten, korrekt Englisch zu sprechen. Ein Passant sucht verzweifelt das Gleis, auf dem sein Zug nach Berlin abfahren soll. Eine Frau, mit einem „fürchterlichen Dialekt“ hat ihr Kind am Hauptbahnhof im Trubel aus den Augen verloren. Doch von alledem lässt sich Alois nicht aus der Ruhe bringen und er singt sein Lied vom Dienstmann Nr. 172, der versteht:  „In der Ruhe liegt die Kraft.“ Als Alois endlich das Gleis 3 erreicht, wo er dringend erwartet, fällt er zu Boden und stirbt.

Zwei Erdenengel erscheinen und schleppen ihn, begleitet von Engelsgesang, in den Himmel, wo Alois vorm Himmelstor von Petrus begrüßt wird. Dieser gibt ihm einen neuen Namen: Engel Aloisius. Außerdem wird er mit der himmlischen Hausordnung vertraut gemacht: Diese kennt nur zwei Regeln. Leider sind dies nicht Essen und Trinken, wie es Alois vermutet, sondern Frohlocken und Hosianna singen. Das machen ihm Petrus und die Engel dann direkt vor. Außerdem gibt es im Himmel kein Bier, sondern ein himmlisches Manna. Wenn Petrus vom Manna singt, dann tut er das mit Ekstase. Schließlich darf Alois den Himmel betreten und wird mit seinem himmlischen Instrument, einer Harfe, allein gelassen. Er begegnet einem Rollerskaterengel, dem Alois sofort in den Allerwertesten tritt, dann pfeift er eine Wolke zu sich heran, auf der er Platz nimmt.

Auf der Wolke beginnt Alois, seine Situation zu überdenken. Er spielt schiefe Töne auf seiner Harfe, wird melancholisch, und dies befeuert seine bayerische, grantige Seele: Der „Münchner Grantler“ in ihm erwacht. In einem Lied fragt er sich: „Was waoß denn i? Bin i scho hi?“ Mit seiner missmutigen Laune vergrault Alois die Wolke, auf der er sitzt, und als ihm ein völlig vergeistigter Engel begegnet, der ihm keinen Schnupftabak anbieten kann, kommt Alois so richtig in Fahrt. Laut fluchend ist er im Himmel unterwegs.

Für den lieben Gott wird gerade von einem „Housekeepingengel“ das Bett gerichtet, damit Gott endlich auch mal zur Ruhe kommt. Kaum eingeschlafen wird Gott vom Geplärr des „Engel Aloisius“ geweckt. Sofort wird Alois zu Gott gebracht, der schnell erkennt, dass es sich um einen Münchner ihm Himmel handelt. Ein Münchner, der uneinsichtig ist. Unerschrocken klagt Alois dem lieben Gott sein Leid. Der „Housekeepingengel“ fragt sich, ob Alois in der Hölle nicht besser aufgehoben wäre. Aber nein, Gott weiß Rat, und hat ein Erbarmen mit Alois. Ein bis zweimal wöchentlich soll „Engel Aloisius“ nach München fliegen und der bayerischen Regierung göttliche Ratschläge überbringen. So sei es. Alle sind glücklich. Alois fliegt zurück nach München und singt seine Hymne auf die Stadt. Endlich darf er wieder in sein Wirtshaus eintreten und bei seiner Wirtin und den Gästen sein. Die allerdings sind sehr traurig, denn Alois ist seit Tagen nicht mehr da gewesen. Er wird vermisst. Als er sich bemerkbar macht, können Kathi und die anderen Gäste das Glück kaum fassen. Alois bestellt sich eine Maß und no oane und no oane und da sitzt er heute noch.

So wartet die bayerische Regierung bis heute vergebens auf die göttlichen Ratschläge.

 

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